Dem FC Fehraltorf droht ein finanzieller Engpass
Seit Anfang Jahr wird beim Clubhaus Hüttenwies des FC Fehraltorfs gebaggert, abgerissen und wieder aufgebaut. Der Umbau der Spielergarderoben ist in vollem Gange, die Eröffnung ist im Herbst dieses Jahres geplant. Kostenpunkt der Modernisierung: 280’000 Franken.
Finanziert wird das Projekt von der Gemeinde Fehraltorf, Swisslos/Toto und dem FC Fehraltorf selber. Letzterer muss einen Beitrag von 100’000 Franken leisten. Für einen Sportverein viel Geld, wie FC-Fehraltorf-Präsident Kurt Glaus sagt.
«Damit wir diesen Betrag bezahlen können, sind wir auf Geldgeber angewiesen», so der 54-Jährige. Um diese zu finden und über das Garderobenprojekt zu informieren, lud er verschiedene Firmen zu einem Sponsorenanlass mit dem ehemaligen Profiradfahrer Franco Marvulli ein.
Der Event sollte heute Donnerstag, 17. Mai, im Clubhaus über die Bühne gehen. Aufgrund zu weniger Anmeldungen entschied der FCF-Vorstand aber kurzfristig, diesen abzublasen. «Wir bedauern diesen Entscheid sehr. Es war uns klar, dass wir nicht 100 Leute anlocken. Aber mit einer so tiefen Resonanz haben wir definitiv nicht gerechnet», sagt Kurt Glaus.
«Wir sind auf Sponsoren angewiesen.»
Kurt Glaus, Präsident FC Fehraltorf
Ein grosses Loch in den Finanzen
Trotz dieser unerwarteten Enttäuschung glaubt er den Ursprung für das ausbleibende Interesse zu kennen: «Viele Firmen werden überrannt von Sponsoringanfragen. Irgendwann ist das Werbebudget aufgebraucht, man kann nicht jeden Verein unterstützen.»
Es sei bedauernswert und ein Stück weit auch Pech, dass diese Flaute jetzt genau den FC Fehraltorf treffe. «Wir haben bis jetzt etwa zehn Sponsoren. Das ist aber zu wenig, um einen grösseren Teil der 100’000 Franken zu decken», so Glaus.
Im Vorstand diskutiere man nun über das weitere Vorgehen. Verschiedene Massnahmen, um doch noch Sponsoren zu gewinnen, seien im Gespräch. «Crowdfunding oder ein Sponsorenlauf des FC Fehraltorfs sind zwei Möglichkeiten, die wir in Erwägung ziehen.» Die Entscheidung werde in den kommenden Wochen getroffen.
«Finden wir keine Geldgeber, müssen wir den vollen Betrag aus der Vereinskasse bezahlen. Das würde ein grosses Loch in unseren Finanzen hinterlassen und hätte Folgen für die Vereinsmitglieder», meint der Präsident. So müsste der Verein den Gürtel enger schnallen, beispielsweise bei den Trainingslagern. «Wir hoffen aber, dass es nicht so weit kommt.»
«Wir mussten die Mädchen in Schiedsrichtergarderoben unterbringen.»
Kurt Glaus, FCF-Präsident
Frauenanteil nimmt zu
Mit dem Baubeginn zu warten, bis der volle Betrag von 280’000 Franken gedeckt war, konnte und wollte der FC Fehraltorf nicht. Eine Verbesserung der Infrastruktur sei dringend nötig gewesen – vor allem wegen des steigenden Frauenanteils in der Fussballwelt.
«Wir mussten die Mädchen und Frauen teilweise in einer kleinen Schiedsrichtergarderobe unterbringen oder zwei Mannschaften in eine Kabine schicken. Dieser Zustand war untragbar», so Kurt Glaus. Zukünftig werde es genügend Garderoben für beide Geschlechter haben.
Dass sich die Gemeinde mit 75’000 Franken am Umbau beteiligt, freut den Vereinspräsidenten. «Wir haben den Auftrag, Fussballbegeisterten ein modernes Umfeld zu bieten. Es ist schön, dass wir dabei von der Gemeinde unterstützt werden.»
«Der FC Fehraltorf leistet einen grossartigen Beitrag an die Jugendarbeit und Integration.»
Marcel Wehrli, Gemeindeschreiber Fehraltorf
Marcel Wehrli, Gemeindeschreiber von Fehraltorf, findet nur lobende Worte für die Arbeit des Vereins. «Der FC Fehraltorf leistet einen grossartigen Beitrag an die Jugendarbeit und Integration in unserer Gemeinde.» Es sei deshalb schnell klar gewesen, dass man finanzielle Unterstützung bieten werde.
«Damit der FC seine Arbeit weiterhin auf diesem Niveau leisten kann, muss ihm die richtige Infrastruktur gewährt sein. Daran beteiligen wir uns gerne», so Wehrli.

