Kaninchen absolvieren Hindernislauf
Weisslingen wird einmal mehr zum Ziel von Tierliebhabern. Zum 19. Mal geht am Samstag, 12. Mai und Sonntag, 13. Mai, die Jungtierschau beim Schützenhaus über die Bühne. Organisiert wird diese im Zweijahresrhythmus vom Ornithologischen Verein Weisslingen (OVW).
Dass der Event seit der Gründung 1980 regelmässig eine grosse Besucherschar anlockt, hat für Vereinspräsident Gustav Heller einen einfachen Grund: «Junge Tiere sorgen bei Gross und Klein für Begeisterung. Egal ob heute, in der Vergangenheit oder der Zukunft.»
«Man sollte kein Tier zu etwas zwingen.»
Rachel Bosshard, Jungzüchterin beim Ornithologischen Verein Weisslingen
Ein Highlight für den 63-Jährigen sei dieses Jahr unter anderem der Kanin-Hop – ein Hindernislauf für Kaninchen. «Vor zwei Jahren mussten wir aufgrund einer aggressiven Seuche auf die Kaninchen verzichten. Es freut mich deshalb umso mehr, die vierbeinigen Hüpfer jetzt wieder an unserer Jungtierschau zu haben», so Gustav Heller.
Mit der Organisation des Kanin-Hops habe er aber nichts am Hut; diese haben die Jungzüchterinnen des OVW an sich genommen.
Auf ein Zögern folgt das Hüpfen
Eine dieser Jungzüchterinnen ist Rachel Bosshard aus Weisslingen. Die 13-Jährige kam durch ihre Schwester auf den Geschmack von Kanin-Hop. «Sie hat vor mehreren Jahren schon damit begonnen. Vor einem Jahr setzte ich meinem Kaninchen Turbo aus Neugier über seine Reaktion ein Hindernis vor die Nase», erzählt die Schülerin.
Der Mischlingshase habe sich diesem vorsichtig angenähert, es beschnuppert und sei nach kurzem Zögern darüber gehüpft. «Da merkte ich, dass es Turbo Spass macht. Ich beschloss, ihn am Kanin-Hop der Jungtierschau antreten zu lassen und begann, mit ihm zu trainieren.»
Freiwillig über die Hindernisse
Sobald Rachel Bosshard von der Schule nach Hause komme, baue sie einen Parcours für Turbo auf. «Dieser beinhaltet drei bis vier verschiedene Hindernisse, die unterschiedlich hoch sind.» Der sechsjährige Turbo würde freiwillig darüber hüpfen, ohne dass Rachel Bosshard ihn an einer Leine führen muss. «Nach dem absolvierten Parcours gibt es immer ein Goodie. Das frisst er aber meistens erst in seinem Gehege», weiss die Weisslingerin.
«Das Ziel des Rennens ist, den Besuchern eine Freude zu bereiten.»
Rachel Bosshard, Organisatorin des Kanin-Hop
Weigert sich Turbo, die Hürde zu überwinden, versucht seine Besitzerin ihn mit Worten zu motivieren. «Klappt das nicht, belasse ich es dabei. Man sollte kein Tier zu etwas zwingen.»
Ein rennen, das für Freude sorgt
Diese Einstellung gilt auch am Kanin-Hop der Jungtierschau. Dort treten drei Hasen gegeneinander an. «Es gibt keinen Gewinner. Ziel des Hindernislaufs ist es, den Kaninchen und Zuschauern eine Freude zu bereiten», so Rachel Bosshard.
Es sei ihr klar, dass ein solcher Anlass den Stresslevel der Tiere erhöhen würde. Sie werde deshalb während dem ganzen Event ein genaues Auge auf die Vierbeiner werfen. «Merke ich, dass es den Hasen zu viel wird, breche ich ab. Ich glaube aber nicht, dass es so weit kommt.»

