Zwei Brüder leben den Raptraum
Unter der Woche unterrichten sie Schulklassen oder managen ihr Unternehmen, am Wochenende bringen sie das Publikum mit Rap zum beben: Das Rapduo Fratelli-B. Die Zuger Brüder Nicolas und Benedikt Bisig sind alias Chandro und Flap seit mehr als zehn Jahren im Rapgeschäft unterwegs.
Neben ihrer Karriere als Duo gehören sie auch zur Rapcrew Möchtegang. Ende März erschien mit «Per du« das sechste Album von Fratelli-B. Am kommenden Mittwoch, 9. Mai, stellen sie dieses im Albani in Winterthur vor.
«Per du« wurde vor vier Wochen in der Chollerhalle in Zug getauft. Seither seid ihr auf Clubtour in der ganzen Schweiz. Wie läuft diese?
Flap: Wir haben mindestens einen Auftritt pro Wochenende. Das ist geil, aber auch sehr energieraubend. Vor allem, wenn wir vorher noch die ganze Woche gearbeitet haben. Andere Sachen bleiben im Moment eher liegen.
Chandro : Stimmt, die Auftritte am Freitag sind jeweils sehr hart. Wir freuen uns natürlich immer darauf. Aber am Sonntag danach kann man uns jeweils nicht mehr gebrauchen (lacht). Umso schöner ist es, dass wir auf das Verständnis und die Unterstützung aus dem ganzen Umfeld zählen können.
Der Titelsong «Per du» von Fratelli-B:
(Video: Youtube.com)
Zwei Brüder, zwei Meinungen, ein Album – sind da die Konflikte nicht vorprogrammiert?
Flap: Es gibt immer wieder Konflikte. Die haben aber selten etwas mit der Musik zu tun..
Chandro: Es ist ein grosser Vorteil, dass wir uns so gut kennen. Jeder von uns weiss, wie er mit den Schwächen des anderen umzugehen hat. Zum Beispiel, wenn Flap wieder einmal alles schwarz sieht.
Flap: Oder Chandro sein Zeug nicht aufräumt (lacht). Nein, jetzt im Ernst: Wir verstehen uns sehr gut. Es ist aber auch völlig normal, dass wir uns musikalisch nicht immer einig sind. Darüber sehen wir aber hinweg, vor allem jetzt wo das Album veröffentlicht ist.
Chandro: Zu zweit Musik zu machen, gibt uns Bestätigung und Rückhalt. Zum Beispiel beim Texten. Egal, wer in meinem Umfeld meine Zeilen gut findet – findet sie Flap schlecht, feile ich weiter daran herum. Wir pushen uns gegenseitig.
Für das Cover von «Per du« habt ihr Selfies von Fans zu einer Bildcollage zusammengestellt. Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?
Chandro: Es ist uns bei Covern und Titeln immer wichtig, dass diese ein Packet abgeben und Stimmung vermitteln. Das haben wir mit der Bildercollage glaube ich geschafft, weil wir die Fans direkt ansprechen.
Flap: «Per du« macht man mit Leuten, die man besser kennt. Die Hörer lernen uns durch das neue Album besser kennen und wir sie durch die eingesandten Fotos. Diese persönliche Message hat das gesamte Werk abgerundet.
Am 9. Mai tretet ihr in Winterthur auf. Welche Erinnerungen habt ihr an die Eulachstadt?
Flap: Winterthur hat uns schon immer willkommen geheissen. Durch die Winterthurer Rapper Phumaso und Smack, die ja auch zur Möchtegang gehören, kamen wir in Berührung der hiesigen Rapszene. Wir haben sogar unsere Lieblingspizzeria hier: Das Don Camillo.
Chandro: Es ist geil, auch hier eine Fanbase zu haben. Ich habe das Gefühl, Winterthurer sind offen für alles und jeden. Das kann man von der grossen Stadt Zürich nicht behaupten.
«Per du« ist draussen, die Konzerte irgendwann vorbei. Was steht für Fratelli-B als nächstes an?
Flap: Das steht meiner Meinung nach noch in den Sternen. Zuerst schliessen wir mal das aktuelle Projekt ab.
Chandro: Im Moment steht noch nichts fest. Ich glaube aber, dass wir in den kommenden drei Monaten wissen, was als nächstes ansteht. So lange wir Bock haben, machen wir Musik!
Fratelli-B mit «Per du« in Winterthur. Mittwoch, 9. Mai im Albani Music Club Winterthur. www.fratelli-b.ch