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Der erste Schritt ist getan

In Volketswil gewinnt die GLP ihren ersten Gemeinderatssitz auf Kosten der SVP. Wie greifbar wird die Parlamentsgemeinde in den nächsten Jahren? Ein Kommentar von Lea Chiapolini, Redaktorin Ressort Uster.

Auch in Volketswil kommt die SVP in Bedrängnis. Redaktorin Lea Chiapolini erahnt den Beginn eines Machtumsturzes in Volketswil. (Fotomontage: Andreas Steiner)

Der erste Schritt ist getan

Die bürgerliche Basis bröckelt – auch in Volketswil. Die SVP-Kandidaten für den Gemeinderat belegen in der Rangliste der Wählerstimmen die Plätze 5, 7 und 8. Der neu angetretene Claudio Caluori konnte als Achtplatzierter den Sitz des abtretenden Walter Eicher nicht verteidigen. Caluori bezeichnete Volketswil im Vorfeld der Wahlen als «eine der bürgerlichsten Gemeinden des Kantons» – ein Status, den es zu bewahren gelte.

Nach diesem Wahlsonntag scheint dieses Ziel in die Ferne gerückt. Es zeichnet sich der Anfang einer neuen Bewegung ab. Und diese geht nicht nach rechts. 

Der Sieger der Wahlen in Volketswil heisst Michael De Vita-Läubli: GLP-Politiker, mit seinen 30 Jahren mit Abstand der jüngste Gemeinderat im Gremium, verheiratet mit einem Mann. In seinem Wahlkampf sprach er von «frischem Wind», den er in die Volketswiler Politik bringen wolle, um die Gemeinde «aus dem Dornröschenschlaf» zu holen. Eines seiner grossen Ziele: Die Einführung eines Parlaments in der Gemeinde. 

Seine Strategie: Die «Nichtwähler», die sich bisher in der Exekutive nicht vertreten gefühlt hatten, für sich zu gewinnen. Und sie ging offenbar auf. Mit den 1634 Stimmen, die er auf sich vereinen konnte, liess er die beiden SVP-Politiker Christian Knechtle und Claudio Caluori hinter sich. Mit seiner Kandidatur mischte De Vita-Läubli den Wahlkampf in Volketswil auf. Besonders seinen Vorschlag, man könnte bei der Aufnahme von Flüchtlingen gezielt homosexuelle Asylsuchende aufnehmen, sorgte für Gesprächsstoff.

Was vor vier Jahren wohl noch nicht möglich gewesen wäre, hat De Vita-Läubli geschafft. Was er in der Volketswiler Politik noch alles bewirken kann, wird sich zeigen. Sollte in einigen Jahren das Parlament Wirklichkeit sein, wird man sagen, es habe mit seiner Wahl begonnen.

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