Die Volketswiler Verwaltung machte es lange spannend: Erst nach 20 Uhr wurden die Ergebnisse des Wahlganges kommuniziert. Einen bestimmten Grund dafür gab es laut Gemeindepräsident Jean-Philippe Pinto (CVP) nicht. «Für die Schulpflege stellten sich ausserordentlich viele Kandidaten zur Wahl – zudem wurden viele Namen, die gar nicht auf dem offiziellen Beiblatt aufgeführt waren, auf die Wahlzettel geschrieben», sagt er. Deren Überprüfung habe viel Zeit erfordert.
Pinto erreichte von allen Gemeinderäten mit 2249 Stimmen das beste Resultat, gefolgt von Sicherheitsvorstand Christoph Keller (parteilos) mit 2031 Stimmen und Sozialvorstand Daniel North (FDP) mit 1910 Stimmen. Auch Hochbauvorsteherin Regina Arter-Leuthold (SVP), Tiefbauvorsteherin Karin Ayar (FDP) und Liegenschaftenvorstand Christian Knechtle (SVP) wurden in ihrem Amt bestätigt.
Neu in den Gemeinderat zieht Michael De Vita-Läubli ein, der damit den ersten Sitz für die GLP in der Volketswiler Exekutive erkämpft hat. «Ich habe bis am Schluss mitgefiebert», sagt er nach der Wahl freudig. «Ich habe mich auch darauf vorbereitet, dass es nicht klappen könnte – das Resultat ist für mich darum noch nicht ganz fassbar.» Er habe einen intensiven Wahlkampf geführt, der nun Früchte trage. «Ich habe nicht nur Flyer verteilt und Leserbriefe geschrieben, sondern war auch viel unterwegs und suchte den Kontakt zum Stimmvolk.» Seinen Wahlkampf bestritt er zudem über diverse Soziale Netzwerke – eine Strategie, die er nicht unbedingt wiederholen würde. «Wie viele Stimmen ich dadurch gewinnen konnte, ist schwer einzuschätzen», sagt er. «Wohl nicht so viele wie erwartet, aber ich wollte nichts unversucht lassen.»
Ganze Linke abgeholt
Das Nachsehen hat Claudio Caluori, der für die SVP den Sitz des abtretenden Walter Eicher hätte verteidigen sollen. Für seine Niederlage findet er einen klaren Grund. «Der Volketswiler Gemeinderat ist sehr bürgerlich geprägt», sagt er. «Die GLP ist bisher nicht gross in Erscheinung getreten, konnte nun aber die ganze linke Seite für sich abholen, die nicht bürgerlich wählen wollte.» Nun gelte es, dass junge SVP-Politiker Behördenerfahrung sammelten, um später als Gemeinderat zu kandidieren. Er hingegen werde es nicht mehr versuchen.

