Politik

Bärlauch und sein tödlicher Doppelgänger

Die Bärlauchsaison ist in vollem Gange. Doch Vorsicht beim Sammeln: Herbstzeitlose, ein Doppelgänger des grünen Krauts, kann schon in kleinen Mengen tödlich sein. Beat Kunz von Stadtgrün Winterthur und Tox Info Schweiz zeigen Unterschiede zwischen den Pflanzen auf.

Bärlauch und sein tödlicher Doppelgänger

Im Salat, auf den Spaghetti oder in der Bratwurst: Bärlauch ist ein beliebter Geschmacksverstärker. Gerne wird das grüne Kraut auf eigene Faust in den Wäldern gesammelt. So auch in Winterthur. Beat Kunz, Leiter von Stadtgrün Winterthur, erzählt: «Bärlauch wächst in feuchter, schattiger Umgebung in tiefen Lagen.»

Orte, an denen man fündig wird, seien im Wolfbühl in Wülflingen oder im Linsental nahe der Kyburgbrücke. Der beste Zeitpunkt, um Bärlauch zu sammeln, sei vor dessen Blüte. Diese kommt Mitte April. «Das Bärlauch-Aroma nimmt nach der Blüte stetig ab.»

Beat Kunz mahnt aber zur Vorsicht beim Pflücken: Nicht alles, was wie Bärlauch aussehe, sei auch Bärlauch.

Pflanze mit verheerenden Folgen 
Typische Doppelgänger sind zum Beispiel die Herbstzeitlosen, «Maieriesli » (Maiglöckchen) oder Aronstab. «Verwechselt man Bärlauch mit den Herbstzeitlosen, kann das zu einer starken Vergiftung mit tödlichem Ausgang führen», erklärt Beat Kunz. 

Das bestätigt auch Tox Info Suisse, Informationsstelle für Vergiftungen in Zürich. Die Herbstzeitlosen enthalten das Zellgift Colchicin, von dem bereits eine kleine Menge tödlich sein kann. «Treten nach dem Genuss einer Bärlauchmahlzeit Symptome wie starker Durchfall, Erbrechen oder Übelkeit auf, soll man uns direkt kontaktieren. Bei einer allfälligen Colchicinvergiftung gilt es, keine Zeit zu verlieren», schreibt Tox Info Suisse in einer Mitteilung auf ihrer Homepage. 

Merkmale zur Unterscheidung
Ganz auf selbst gepflückten Bärlauch verzichten muss man trotz der gefährlichen Doppelgänger aber nicht. Es gibt typische Merkmale zur Unterscheidung von Bärlauch und den Herbstzeitlosen. Beat Kunz führt aus: «Reibt man die Bärlauchblätter, entsteht ein typischer Geruch, ähnlich wie der von Knoblauch.»

Auch Tox Info Suisse weist auf offensichtliche Unterschiede hin: «Bärlauch wächst an einem dünnen Stiel, der sich vom Blatt abhebt. Die Blätter der Herbstzeitlosen sitzen ohne Stiel am Stängel. Ausserdem haben letztere keinen Geruch.» 

Die Fachstelle für Vergiftungen rät, das Pflücken am Waldrand zu vermeiden und mitten in ein Bärlauchfeld zu gehen. Beat Kunz meint: «Es ist Vorsicht geboten. Sichere Pflanzenkentnisse sind von Vorteil, wenn man sich auf eine Bärlauchtour macht.» 

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