Diese Schnauze geht um die Welt
Er planscht im Wasser, jagt Schneeflocken nach oder posiert vor dem Matterhorn: Die Bilder des Winterthurer Hundes Rasta haben das Internet erobert.
Rund 31 000 Follower aus der ganzen Welt hat der vierjährige Weisse Schäferhund auf Instagram, täglich kommen noch mehr dazu. «Das ist der totale Wahnsinn», sagt Besitzerin und Fotografin Sylvia Michel.
Fotos gehen bis nach Russland und Amerika
Als sie sich vor vier Jahren als Fotografin selbstständig machte, «entschied ich mich dafür einen Hund zu kaufen und mit ihm die Schweiz kennenzulernen.» Auf ihren Touren quer durch das Land schoss Sylvia Michel immer mal wieder Landschaftsfotos.
Aus Freude an ihrem vierbeinigen Begleiter setzte sie diesen in Szene, beispielsweise auf einem Felsvorsprung, und veröffentlichte die Bilder auf Instagram. «Ich hätte niemals gedacht, dass ich mit den Fotos so viel Begeisterung auslösen kann.»
Vor allem die Reichweite habe sie überrascht: «Der Grossteil von Rastas Fans sind aus Russland oder Amerika. Die teilen die Fotos auf ihren eigenen sozialen Medien – das pusht meinen Account natürlich.»
Nein zu Produktplatzierungen
Trotz dieser enormen Fanentwicklung seien die Klickzahlen und Likes auf Rastas Fotos nicht erste Priorität für Sylvia Michel. Das sei auch der Grund, weshalb sie Werbeangebote ablehne. «Für ein Bild mit Produktplatzierung wurden mir schon bis zu 6000 Franken geboten.»
Rasta sei aber keine Maschine, sondern ihr Haustier. «Ich habe keinen Hund, um mit ihm Geld zu machen – er soll mir und anderen einfach so Freude bereiten.»
«Manchmal muss ich Rasta vor seinen eigenen Fans schützen.»
Sylvia Michel, Fotografin und Besitzerin von Rasta
Fans kennen die Grenzen nicht
Die Freude der Fans habe sich vom Internet längst auch ins reale Leben verlagert. «Rasta wird häufig erkannt, die Leute wollen Fotos mit ihm machen und ihn berühren.» Leider würden diese Leute ihre Grenzen nicht immer kennen. «Vor allem Asiaten betatschen den Hund, ohne sich vorher anzunähern oder zu fragen. Davor muss ich ihn und auch mich schützen.»
Das Verhalten von Rasta würde nämlich auf sie als Besitzerin zurückfallen. «Er ist kein böser oder bissiger Hund. Jedoch kann auch ich als Halterin nicht jeden Schritt vorausahnen.»
Begeisterung an Wasser
Am meisten Freude mache es Rasta, wenn man mit ihm spielt. «Er liebt es, im Wasser zu planschen oder durch einen Blätterhaufen zu rennen. Kann er diese Freude teilen, ist seine Begeisterung kaum zu bremsen», erzählt Sylvia Michel. Dieser Monat ist der nächste gemeinsame Trip geplant. «Dieses Mal geht es an den Seealpsee. Dort werden sich bestimmt einige tolle Fotomotive ergeben.»

