«Auseinandergehen war nie eine Option»
«Ich fand zu Beginn mehr Gefallen an Margrit als sie an mir. Ich brauchte Geduld, um sie von mir zu überzeugen», erzählt Benjamin Sterchi. Während der 77-Jährige in Erinnerungen schwelgt, tauscht er mit seiner Frau Margrit Sterchi verliebte Blicke aus. «Diese Geduld hat sich wohl gelohnt», neckt die 75-Jährige ihren Mann.
Zwischen den beiden knistert es noch immer, die Liebe ist spürbar. Und diese Liebe feiert am kommenden Freitag einen ganz besonderen Tag. Vor exakt 50 Jahren, am 6. April 1968, gaben sich Margrit und Benjamin Sterchi das Ja-Wort.
Wie alles begann
Dass sich Margrit und Benjamin Sterchi damals über den Weg gelaufen sind, war kein Zufall. «Unsere Familien kannten sich, meine Tante verkehrte oft im Elternhaus von Margrit. Dadurch erfuhr ich, dass dort vier junge Damen zu Hause sind», erzählt Benjamin Sterchi. Margrit habe ihm auf Anhieb gut gefallen, weshalb der damals 26-Jährige keine Gelegenheit ausliess, sie zu sehen.
«Wir unternahmen sehr viel zusammen. Ich brauchte wegen einer vorherigen Beziehung aber etwas länger, um mich auf ihn einzulassen», erzählt die Neftenbacherin. Im Nachhinein sei Benjamin aber etwas vom Besten, das ihr je passiert sei. «Er ist mir ein lieber, treuer und verständnisvoller Mann. Auch nach 50 Jahren Ehe verstehen wir uns immer noch wunderbar.»
«Ehrliche Gespräche lösen Probleme.»
Margrit und Benjamin Sterchi aus Neftenbach
Das Geheimnis ihrer Liebe
Den zweifachen Eltern ist klar, dass das Geheimnis ihrer Beziehung im Glauben liegt. Benjamin Sterchi erzählt: «Wir befolgten seit dem Eheschluss die Betriebsanleitung von Gott, also die Bibel. Das Eheversprechen ist die Grundlage dazu.» Dieses sei bindend und müsse respektiert werden – auch bei Problemen. «Wie in jeder anderen Beziehung hatten auch wir unsere Differenzen. Wir baten Gott durch Gebete um Hilfe und erhielten diese. Dafür sind wir dankbar.»
Nebst der Unterstützung von oben hätten Benjamin und Margrit Sterchi immer Wert auf gegenseitige Offenheit gelegt. «Ehrliche Gespräche können Probleme lösen», so der 77-Jährige. Seine Frau fügt an: «Wir gingen Herausforderungen immer gemeinsam an und suchten eine Lösung, die für beide stimmt. Auseinandergehen war nie eine Option.»
«Jeder braucht Freiraum»
Dank diesen ehrlichen Gesprächen lernten sich Margrit und Benjamin Sterchi über die Jahre immer besser kennen. Langweilig wurde es ihnen aber nicht. «Die Beziehung wird tiefer und verständnisvoller. Man ändert sich und versucht, gemeinsam Schwächen auszubalancieren», sagt die 75-Jährige.
Zudem würden sie sich gegenseitig ihren Freiraum lassen. «Jeder hat sein Hobby und seine Zeit, die er ohne den anderen verbringt», erzählt Benjamin Sterchi.
Eine Überraschung wartet
Wie die Hochzeit vor 50 Jahren wird auch der goldene Hochzeitstag im Rahmen der Familie gefeiert – aber erst im August. «Einer unserer Söhne befindet sich auf Missionsarbeit in Afrika und ist erst im August wieder in der Schweiz», so Margrit Sterchi.
Am 6. April, dem Hochzeitstag selber, habe aber der andere Sohn eine Überraschung geplant. «Wir sind gespannt, was uns erwartet.»

