Nacktkünstlerin plant Eierperformance in Uster
Eigentlich hätte es so gut gepasst – findet Milo Moiré. «Eine Kunstperformance hat dem Blaueierschwimmen noch gefehlt», sagt die 35-Jährige, deren Kunstkonzept unter anderem auf der Präsentation ihres nackten Körpers beruht. «Der Anlass ist gut besucht und wenn man den Namen hört, denkt man, dass die Veranstalter viel Humor haben.»
Milo Moiré, die in Düsseldorf lebt, erregt mit ihren aussergewöhnlichen Auftritten immer wieder Aufsehen. 2014 faszinierte und irritierte sie die Besucher der Kunstmesse in Köln mit ihrer Eierperformance unter dem Titel «PlopEgg#1». Vollkommen nackt stand die Luzernerin da, steckte sich Eier in die Vagina, die mit roter Farbe gefüllt waren und liess sie auf ein weisses Tuch auf dem Boden plumpsen. Etwas Ähnliches hatte sie auch in Uster geplant.
Absage von den Veranstaltern des Blaueierschwimmens
Beim Blaueierschwimmen schwimmen die Teilnehmer in der Seebadi von Niederuster vom Steg bis zum Sprungturm, holen sich ein blaues Ei und schwimmen wieder zurück. Danach gibt es heisse Eiersuppe und Eierlikör. Milo Moiré plante, die Strecke nackt zu schwimmen und zum Schluss am Ufer eine Eierperformance wie damals in Köln hinzulegen. «Einfach mit blauen Eiern, passend zum Blaueierschwimmen», sagt die Künstlerin.
Doch da hatte sie die Rechnung ohne die Veranstalter gemacht. Diese hatten die schriftliche Anfrage von Moiré im November erhalten. «Wir dachten zuerst, das sei ein Witz», sagt Harald Müller, der das Blaueierschwimmen seit 2004 organisiert. «Aber als wir mit der Frau telefonierten, merkten wir, dass es ihr voller Ernst ist.» Man habe der Nacktkünstlerin aber abgesagt. «Wir mussten nicht lange überlegen. Am Blaueierschwimmen sind viele Familien mit Kindern dabei. So ein Auftritt geht einfach nicht.»
Auf das Blaueierschwimmen aufmerksam gemacht worden war Moiré von Freunden. «Ich kenne viele Leute hier. Uster ist eine grossartige Kulturstadt.» Dass man sie nicht dabei haben will, kann sie nicht verstehen. «Schade, dass die Veranstalter so prüde und verschlossen sind», sagt sie. «Meine Performance ist nicht vulgär. Es geht um die Vagina als Urquelle der Weiblichkeit und das zerplatzende Ei ist wie der Geburtsakt.»
Moiré tritt trotzdem auf – für die Kunst
Auf einen Auftritt in Uster will sie trotzdem nicht ganz verzichten. Die eigensinnige Künstlerin hat beschlossen, am Ostersonntag bei der Seebadi Niederuster ihr eigenes Blaueierschwimmen durchzuführen – einen Tag früher als die offizielle Veranstaltung. Nackt natürlich. «Das soll eine Art Gegenveranstaltung werden, aber nicht gegen das Blaueierschwimmen, sondern für die Kunst.» Interessierte sind eingeladen, mit einem Badetuch am Ufer auf sie zu warten. «Wer will, darf mich dann abtrocknen», sagt sie. «Ich hoffe, dass ganz viele Menschen kommen, wenn ich schon mal in Uster bin.» Treffpunkt ist um 15 Uhr vor dem Seebad in Uster – bei jedem Wetter.
Harald Müller findet es zwar überflüssig, dass Moiré trotzdem in Uster auftritt, stören tut es ihn aber nicht. «Sie soll machen, was sie will», sagt er. «Sie ist wohl stolz auf ihren schönen Körper und will ihn zeigen. Ich kann auch verstehen, wenn das jemand sehen will. Einfach nicht am Blaueierschwimmen.»
April, April…
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