«Ohne Disziplin erreicht man keine Leistung»
Die Schweizer Footballsaison hat wieder begonnen. Die Cheerleader der Winterthur Warriors haben am kommenden Samstag, 31. März, ihren ersten Heimauftritt gegen die Basel Gladiators. Verantwortlich für die Cheerleader ist Stefan Sägesser. Der 37-jährige Winterthurer ist seit sieben Jahren Headcoach der Senior-Cheerleader und Leiter der Cheerleaderabteilung der Winterthur Warriors.
Die Unterstützung der Footballer sei aber Nebensache: «Unser Fokus liegt auf der Schweizermeisterschaft im Mai», so der Headcoach. Ziel sei es, in jeder Kategorie unter die ersten drei zu kommen – alles andere wäre eine Enttäuschung. Dafür trainieren sie seit letzten September an ihrem neuen Programm, jeweils vier Stunden pro Woche. «Im Gegensatz zu den Footballern gibt es bei uns Cheerleadern keine Saisonpause.»
Die momentane Leistung stellt Stefan Sägesser aber nicht ganz zufrieden: «Wir machen gerade eine harzige Phase durch. Dem Team fehlt es noch etwas an Konstanz und zum Teil Disziplin. Diese ist in diesem Sport aber unumgänglich.»
Zickenkrieg wird nicht geduldet
Stefan Sägesser muss es wissen –schliesslich war der Winterthurer selber zehn Jahre als Cheerleader aktiv, zum Teil auch heute noch. «Ohne Disziplin erbringt man keine Leistung. Sie ist mir aber sehr wichtig, denn wegen ihr trainieren wir so hart.»
Er wisse, dass Cheerleading in der Schweiz kein Profisport sei, trotzdem erwarte er von seinem Team vollen Einsatz. Aus diesem Grund musste er auch schon auf den Tisch hauen. «Ich dulde keinen Zickenkrieg. Dieser hat im Sport nichts zu suchen.»
Gerade im Cheerleading braucht es gegenseitiges Vertrauen, wie Stefan Sägesser betont. «Man lässt sich aus zwei Metern fallen oder von anderen durch die Luft wirbeln. Solche Nummern sind gefährlich, wenn nicht alle am gleichen Strang ziehen.»
Die Männer fehlen
Harzige Phasen wie die jetzige kommen immer mal wieder vor. Seine Leidenschaft fürs Cheerleading habe noch nie darunter gelitten. So setzt er sich mit viel Engagement auch für den Nachwuchs ein. «Die Cheerleaderabteilung der Warriors hat sich einen Namen gemacht. Wir werden von Anfragen überhäuft», erzählt Stefan Sägesser. Die jüngsten, die bei den Warriors Flick-Flacks und Saltos machen, sind fünf Jahre alt. «Wer früher beginnt, hat später mehr Potenzial.»
Einzig eine bessere Geschlechterdurchmischung würde sich der Headcoach wünschen. «Unser Team zählt nur zwei Männer. Das finde ich schade.» Einerseits liege das daran, dass Cheerleading als Frauensport kategorisiert werde. Anderseits ist das Sportangebot für Männer in Winterthur riesig. «Fussball, Eishockey oder Handball wird dem Cheerleading vorgezogen. Wir hoffen, dass sich das in Zukunft etwas ändert.

