Die Töpfchen zum Glück
Was bei anderen Familien an Weihnachten oder Silvester aufgetischt wird, ist seit Jahren mein persönliches Geburtstagsmenü: Fondue Chinoise. Und zwar nicht etwa mit Reis oder Pommes, sondern mit Brötchen und den gleichen Sööseli wie schon vor 20 Jahren. Alles andere ist einfach falsch. Und doch hatte ich schon seit einigen Jahren den grossen Wunsch, einmal den Fondue-Tempel «Chi-Ba-Bou» in Maur zu besuchen.
Dort hat sich seit 1988 das Angebot nicht verändert: Fondue Chinoise, Fondue Bacchus und Fondue Bourguignonne. Und dass dieses Konzept funktioniert, lässt sich schon bei der telefonischen Reservation schnell feststellen. Denn auch mit einer Woche Vorlaufzeit gab es zwischen Weihnachten und Neujahr keinen Abend, an dem noch ein Plätzchen für zwei Personen frei gewesen wäre.
Hausapéro passend zum Kleid
Der erneute Versuch im März klappt. Als wir im Lokal ankommen, werden wir vom Wirtepaar persönlich empfangen, Uwe Stoll nimmt unsere Mäntel ab und Gabriele Burghofer führt uns zum Tisch. Wir beginnen den Abend einmal mit Tomatensaft (5.50 Fr.) und dem Hausapéro: Prosecco mit weissem Pfirsichlikör (10 Franken). Ich bin begeistert vom Hausapéro, in dem eine kleine Glitzerpalme in einem Pfirsichstückchen steckt – «roter Glitzer passend zum roten Kleid», sagt Gabriele Burghofer augenzwinkernd zu mir. Ob dies nun Absicht oder Zufall ist: Genau solche Kleinigkeiten sorgen dafür, dass wir uns im Chi-Ba-Bou sofort wohl fühlen. Es ist gemütlich und bodenständig, gleichzeitig haben sich alle Gäste sichtlich überlegt, was sie heute anziehen: Viele Männer in Hemden und herausgeputzte Frauen.
Meine Begleitung ist froh über seinen Saft, meinen Apéro findet er zu süss. Ich finde ihn perfekt und überlege mir, ob es falsch wäre, zum Essen einen weiteren zu bestellen. Da auf der Weinkarte aber auch offener Wein angeboten ist, schwenke ich auf einen Chardonnay um (6.50 Fr. pro Deziliter).

