Politik

«Ich wünsche mir eine eigene Kleinkunstbühne»

Die Winterthurer Konzertreihe Kulturkoller feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Für den Gründer Thomas Koller ein Ereignis, das ihn mit Stolz erfüllt. Eine Herausforderung, die seit zehn Jahren bestehe, sei die Suche nach einer geeigneten Konzertlocation.

«Ich wünsche mir eine eigene Kleinkunstbühne»

Es war ein Sommerabend im Jahr 2007. Der Winterthurer Thomas Koller traf sich in einer Zürcher Bar auf einen Drink. Eine Musikerin sollte die Gäste dort unterhalten – aufgrund des hohen Geräuschpegels ging ihr Sound aber völlig unter. Für Thomas Koller ein grosser Störfaktor. «Die Musikerin wurde unter diesen Umständen nicht richtig gewürdigt».

Aus diesem Grund beschloss er, eine eigene Konzertreihe ins Leben zu rufen. «Ich wollte Musikern eine Plattform bieten, bei der die ganze Aufmerksamkeit nur auf sie gerichtet ist», erzählt der Winterthurer. So ging die Konzertreihe Kulturkoller 2008 das erste Mal über die Bühne. Nun feiert Thomas Koller das zehnjährige Bestehen des Events. Ab heute Donnerstag, 22. März, findet das zweite von insgesamt fünf Konzertwochenenden im Läbesruum in Winterthur statt.

Musik mit persönlicher Note
Thomas Koller blickt stolz auf die vergangene Zeit zurück. «Teilweise kommen mir die zehn Jahre schon recht lange vor, gleichzeitig sind sie aber auch sehr schnell vergangen», erzählt der 56-jährige Gründer.

Die vielen Begegnungen mit verschiedenen Künstlern würden seine Arbeit einzigartig machen. «Nebst geschäftlichen Gesprächen tauschen wir uns mit den Musikern bei einem gemeinsamen Abendessen über Gott und die Welt aus.» In solchen Momenten bekäme der Sound von jenen Künstlern für Thomas Koller eine noch persönlichere Note.

«Nebst geschäftlichen Gesprächen tauschen wir uns mit den Musikern bei einem gemeinsamen Abendessen über Gott und die Welt aus.»

Thomas Koller, Gründer von Kulturkoller

 

Grundsätzlich habe er während der letzten zehn Jahre immer wieder einen guten Riecher für beliebte Acts gehabt. Das beste Beispiel sei der Singer-Songwriter James Gruntz: «Kurz vor seinem Auftritt bei uns räumte er bei den Swiss Music Awards gleich zwei Preise ab.» Der Publikumsaufmarsch sei entsprechend gross gewesen.

Platzproblem in Winterthur
Ein Problem, mit welchem Thomas Koller seit dem Beginn der Kulturkoller-Konzertreihen zu kämpfen habe, sei die Suche nach einer geeigneten Location. «Die ersten Konzerte fanden im Festsaal des alten Stadthauses in Winterthur statt», blickt er zurück.

Aus feuerpolizeilichen Gründen wurde der Raum aber nur noch für maximal 50 Personen zugelassen. «Je nach Act hatten wir mal mehr, mal weniger Zuschauer. 50 Plätze waren aber einfach zu gering.» Daraufhin habe der Anlass Unterschlupf im Marionettentheater gefunden.

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Bis 2016. «Die Kommunikation mit den Verantwortlichen hat leider sehr schlecht geklappt. Ich hatte die Wunschkonzerttermine, aber keine Bestätigung des Marionettentheaters. Im Herbst kam ich dann langsam ins Schwitzen.»

Glücklicherweise habe er beim gemeinnützigen Winterthurer Verein Läbesruum eine Möglichkeit gefunden, die Jubiläumskonzerte durchzuführen. Dort sei der Nachteil, dass sich der Konzertsaal etwas ausserhalb der Stadt befinde. «Trotzdem wird der Kulturkoller auch von Nicht-Winterthurern aufgesucht. Einige Stammzuhörer reisen zum Beispiel mit dem ÖV von Meilen zu uns», erzählt der Winterthurer stolz. 

Ein grosser Wunsch
Ziel der nächsten zehn Jahre sei es, Musikfans weiterhin unvergessliche Konzerte zu bieten. Thomas Koller wünscht sich zudem, mit Kulturkoller irgendwann seine eigene Kleinkunstbühne betreiben zu können. «Ein eigener Spielort lässt einfach mehr Raum für Spontanität und Unabhängigkeit. Mal schauen, was die kommenden Jahre so bringen.» 

Kulturkoller-Programm vom Donnerstag, 22. bis Samstag, 24. Mär

Ab heute, 22. März, bis am Samstag, 24. März, finden im Rahmen des Kulturkollers drei Konzerte im Läbesruum in Winterthur statt. Gestartet wird heute Donnerstag mit dem Auftritt des deutschen Popsängers Emanuel Reiter. 

Am Freitag, 23. März, geht die Konzertreihe weiter mit dem Singer-Songwriter Timothy Jaromir. Und last but not least verzaubert das Manesse Quartett mit Nathalie Huber am Samstag, 24. März, das Publikum mit armenischen Klängen.  

Konzertbeginn jeweils um 20 Uhr, Verein Läbesruum, Pflanzschulstr. 17 Winterthur. Infos unter: www.kulturkoller.ch

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