Grosse Unterstützung für neuen Wochenmarkt
Obwohl sich viele Ustermer Marktfahrer seit Jahren dagegen sträuben, flammt die Idee eines neuen Samstags-Marktes in Uster immer wieder auf. Zuletzt war es Rudolf Locher (FDP), der als letzte Amtshandlung als Ustermer Gemeinderat Ende 2015 in einer Anfrage die Stellung des Stadtrates zu einem neuen Wochenmarkt in Erfahrung bringen wollte. Nun sind es Ursula Räuftlin (GLP) und Ivo Koller (BDP), welche das Thema in einer Leistungsmotion erneut aufgriffen.
«Zielführender Vorstoss»
Aufgrund der Marktzeiten am Freitagmorgen von 7.30 bis 11 Uhr können viele Ustermer das Angebot nicht nutzen, führte Räuftlin an der Gemeinderatssitzung von gestern aus. Dies führe dazu, dass für die Einkäufe ausgewichen wird. «Schade um die Kaufkraft, die damit aus Uster abwandert.» Viele grosse Bauvorhaben seien kürzlich abgeschlossen worden oder werden im laufenden Jahr fertiggestellt «Aus unserer Sicht ist es deshalb nun angebracht, sich über den möglichen Standort eines zusätzlichen Marktes Gedanken zu machen, damit spätestens im Frühling 2019 ein Früchte- und Gemüsemarkt am Samstag in Uster stattfinden kann.»
Ein «zielführender Vorstoss», wie ihn Sicherheitsvorstand Jean-François Rossier (SVP) in seinen Ausführungen bezeichnete, können nach Abschluss der Bauarbeiten nun auch die Detailfragen geklärt werden. In einer ersten Stellungnahme hatte der Stadtrat bereits in Aussicht gestellt, die Einführung eines Samstags-Marktes nach dieser Etappe zu prüfen.
Kritik an Herzkern
Rückenwind erhielt die Leistungsmotion natürlich vonseiten der FDP, wie Richard Sägesser ausführte. Bereits 2007 habe Marianne Siegrist sich beim Stadtrat nach der Möglichkeit eines neuen Gemüsemarktes im Bereich Gerichtsstrasse/Poststrasse erkundigt. Damals sei die Anfrage abschlägig beantwortet worden, da unter anderem die Synergieeffekte für das hiesige Gewerbe zu gering seien, da der Markt längstens bis 11 Uhr dauern könne «Das Gemüse werde nämlich spätestens dann lampig, liess der Stadtrat sinngemäss verlauten», sagte Sägesser. «Und mit schlappen Karotten lässt sich natürlich kein Zentrum beleben.»
Bei der Anfrage von Rudolf Locher sei dann zwar nicht «mit dem mangelnden Durchhalten der Salatköpfe» argumentiert worden, doch aufgrund der Bautätigkeiten sei die Zeit noch nicht reif gewesen. Für die «Wiederaufnahme der alten freisinnigen Idee» bedankte er sich – nicht ohne noch einen Seitenhieb gegen den Verein Herzkern auszuteilen, der sich für die Zentrumsbelebung einsetzt. Für was sei dieser denn gebildet worden, wenn nicht um genau solche Ideen aufzugreifen. Schliesslich sitze in dessen Vorstand auch Motionär Ivo Koller.
Kein normaler «Chilbimärt»
Gegen einen neuen Markt am Samstag stellte sich die SVP-EDU-Fraktion, wie Hans Denzler (SVP) ausführte. Ein neues Leistungsziel einzuführen, ohne dass die Grundlagen für einen solchen Entscheid bestehen, sei nicht gerechtfertigt. Eine solche Idee müsse zuerst wachsen: «Es scheint so, als würde bei diesem Haus zuerst das Dach und nicht das Fundament gebaut.» Zudem würden die Ustermer auch am Samstagmorgen manch anderes zu tun haben, als einen Markt zu besuchen.
Die Grünen wiederum begrüssten die Bereitschaft des Stadtrates, die Leistungsmotion entgegen zu nehmen. Aber der Markt müsse klar an einem anderen Ort als auf dem Stadthausplatz stattfinden, um «wirklich neue Räume zu erschliessen», wie es Meret Schneider ausführte. Zudem müsse unter anderem ein Angebot zum lokalen Konsum geschaffen werden. «Das heisst ein Angebot an regionalen und saisonalen Lebensmitteln, ohne dass der Markt zum gewöhnlichen Chilbimärt verkommt.»
Zusammen mit der SP-Fraktion kam die nötige Mehrheit von 23 Ja- zu 11 Nein-Stimmen zusammen und die Leistungsmotion wurde an den Stadtrat überwiesen.
Beschlüsse des Gemeinderats
- Die Leistungsmotion von Ivo Koller (BDP) und fünf weiteren Mitunterzeichnenden bezüglich dem Vorzug der Investition in eine neue Hauptsammelstelle wurde mit 26 Nein- zu 9 Ja-Stimmen abgelehnt.
- Die Leistungsmotion von Kathrin Agosti (SP), Mary Rauber (EVP) und Monika Fitze (SP) für die Förderung der Musikalischen Grundausbildung in der Primarschule wurde mit 17 Nein- zu 13 Ja-Stimmen abgelehnt.
- Die Leistungsmotion von Thomas Wüthrich (Grüne) zur Umsetzung des Umweltartikels in der Gemeindeordnung wurde mit 20 Ja- zu 15 Nein-Stimmen überwiesen.
- Die Leistungsmotion von Thomas Wüthrich (Grüne) zum Monitoring betreffend Umweltartikels der Gemeindeordnung wurde mit 17 Nein- zu 16 Ja-Stimmen abgelehnt.
- Die Bauabrechnung der Sanierung der Haustechnik und Fassade des Schulhauses Pünt wurde einstimmig genehmigt.
- Der Kaufrechtsvertrag der Wagerenstrasse 45 mit dem Verein Zürcher Krankenhäuser (VZK) wurde einstimmig genehmigt.
