Gotthard nach 21 Jahren wieder auf Unplugged-Tour
Gotthard ist die erfolgreichste Rockband der Schweiz. 1997 schafften die Rocker mit dem Live-Unpluggedalbum «D-Frosted» ihren Durchbruch. Bereits zwei Monate nach der Veröffentlichung erlangte es Platin in der Schweiz und Gotthard durfte unter anderem als Vorband von Deep Purple in Frankreich auftreten.
Jetzt, 21 Jahre später, lässt die Band diese Erfolgstour noch einmal aufleben. Seit letzter Woche touren der Bassist Marc Lynn, der Schlagzeuger Hena Habegger, der Sänger Nic Mäder und die beiden Gitarristen Leo Leoni und Freddy Scherer mit «Defrosted II» durch die Schweiz und Deutschland.
Am Montag, 26. März, machen die Rocker Halt im Komplex457 in Zürich. Der Winterthurer Freddy Scherer erzählt, wie Gotthard seine Live-Energie bei einem Akustikkonzert rüberbringt und weshalb die Tour zweimal verschoben wurde.
Gotthard ist seit dem 8. März auf Defrosted II Tour. Weshalb habt ihr euch entschieden, die Erfolgstour von 1997 noch einmal aufleben zu lassen?
Freddy Scherer: Wenn man 26 Jahre als Band zusammenspielt, ergibt sich irgendwann eine Routine. Die Konzerte sind immer ähnlich, das Publikum weiss, was kommt. Deshalb hatten wir bereits 2010 geplant, auf Unplugged-Tour zu gehen. Aufgrund des tödlichen Unfalls von Steve Lee wurde diese aber nach hinten verschoben. Vor drei Jahren wollten wir uns dem Projekt wieder nähern, für Steves Nachfolger Nic war es damals aber noch zu früh. Er musste sich zuerst in der Band einfinden. Nun sind wir aber soweit und fühlen uns bereit für diese Tour.
Inwiefern unterscheidet sich die neue Defrosted-Tour von jener 1997?
Die Tour soll ähnlich, aber nicht gleich werden. Wir spielen unsere Klassiker wie auch neue Songs, zum Teil haben wir Lieder neu arrangiert. Ausserdem haben wir noch zwei Sängerinnen mit an Bord. Die Show wird rockig, aber mit Blues- und Funkyanteil. Für die Fans also etwas neues.
Gotthard ist eine Band mit unglaublicher Live-Power. Wie schafft ihr es, diese Energie bei einem Akustikkonzert rüberzubringen?
Wir sind neun Leute auf der Bühne, aus jeder Ecke kommt also etwas. Ausserdem spielen wir vor kleinerem Publikum als sonst. Das macht die Show intimer und sorgt für mehr Blickkontakt. Unser Verhalten auf der Bühne widerspiegelt sich in jenem der Fans. Wenn wir Spass an der Show haben, lässt sich das Publikum von dieser positiven Energie anstecken.
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21 Jahre ist die letzte Unplugged-Tour her. Was hat sich in dieser Zeit getan?
Gotthard als Band, aber auch die einzelnen Mitglieder haben sich weiterentwickelt. Wir sind älter und unsere Ansprüche höher geworden. Das merkt man vor allem unserer Musik an. Sie wird nämlich Jahr für Jahr besser.
Steve Lee war bei der ersten Defrosted-Tour dabei, 2010 kam er ums Leben. Hat diese Tatsache einen negativen Einfluss auf die neue Unplugged-Tour?
Steve wird garantiert nicht in Vergessenheit geraten. Trotzdem war es für uns als Band wichtig, weiterzukommen und den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren. Die Emotionen sind immer da, beeinflussen uns aber nicht negativ. Das bemerken wir auch bei unseren Fans. Nic wird nicht mehr als ‹der neue Sänger›, sondern als ‹der Gotthard-Sänger› bezeichnet.
Freddy Scherer, Sie kommen aus Winterthur. Heute sind Sie in der ganzen Welt unterwegs. Was zieht Sie trotzdem noch in die Eulachstadt?
Meine Eltern und viele Freunde wohnen noch in Winterthur. Ich selber wohnte über zehn Jahre in der Altstadt. Seit meinem Wegzug hat sich viel verändert. Trotzdem bin ich noch ein grosser Fan von Winterthur und komme gern hier hin zurück.

