Der bellende Hüter des Gesetzes
Hunde haben es Stephan Matt schon immer angetan. Vor 18 Jahren liess sich der Seuzacher deshalb zum Hundeführer bei der Stadtpolizei Winterthur ausbilden. Seit 2013 ist der holländische Schäferhund Rocky sein treuer Begleiter – sowohl im Dienst als auch privat. «Ich bin nicht nur Diensthundeführer, sondern auch Besitzer von Rocky. Er kam mit acht Wochen zu mir und wurde dann zum Schutzhund ausgebildet», erzählt der 52-Jährige.
Einsatz bei Einbrüchen
Mittlerweile ist Rocky auf jeder Streife mit dabei. Zum Einsatz kommt er aber nur in bestimmten Situationen. «Wenn wir Parkbussen verteilen oder ein Unfall passiert bleibt Rocky im Auto. Sein Einsatz beginnt bei Einbrüchen, Raubüberfällen und vermissten Personen.» Kommt die Patrouille bei einem Einbruchsort an, warnt die Polizei mit lauten Rufen vor der Anwesenheit des Hundes. «So können wir Unschuldige, die sich eventuell noch im Gebäude befinden, auf den Einsatz vorbereiten.»
Regt sich nichts im Haus, wird Rocky von der Leine gelassen und geht als erster rein. Findet er jemanden, gibt der Hund das durch Bellen an und lässt denjenigen nicht aus den Augen, bis die Polizei ihn in Gewahrsam nimmt. «Wenn die Person einen Fluchtversuch starten würde, greift Rocky an. So wurde er ausgebildet», weiss sein Führer Stephan Matt.
Nebst Einbrüchen könne es durchaus auch vorkommen, dass Stephan Matt den Hund bei Gruppenkontrollen aus dem Auto holt. Aus Erfahrung weiss er, dass solche Situationen leicht eskalieren können. «Der Hund ist eines unserer stärksten Einsatzmittel. Werden wir angegriffen, reagiert Rocky sofort.»
«Rocky begleitet mich auf jeder Streifenfahrt.»
Stephan Matt, Diensthundeführer bei der Stadtpolizei Winterthur und Besitzer von Rocky
Regelmässige Prüfung der Hunde
Um diese Reaktion bei allen Einsätzen zu gewährleisten, muss Stephan Matt einmal im Jahr zur Diensthundeprüfung mit dem holländischen Schäferhund. Dort wird der Vierbeiner in verschiedenen Disziplinen getestet, zum Beispiel ob er sich unterordnen kann. «Polizeihunde sind meist Rassen mit sturen Köpfen. Trotzdem müssen sie uns gehorchen», so Stephan Matt.
Anderseits werden seine Suchqualitäten geprüft. «Dafür verstecken sich beispielsweise zwei ‹Täter› mit Schutzanzug auf einem grossen Areal in einem Gitter. Wenn Rocky die beiden findet, bellt er und wartet auf mich. Inzwischen starten die Täter einen Fluchtversuch. Rocky muss reagieren und ohne Zögern angreifen und zubeissen. Befehle ich ihm loszulassen, muss er sofort reagieren.»
Einen Bubentraum erfüllt
Solche Prüfungen seien für Hund und Herrchen eine Herausforderung. Aber auch der Spass komme nicht zu kurz. «Er scheint seinen Job zu mögen. Seine Fortschritte machen mich stolz.» Er betont jedoch, dass die Aufgabe als Hundeführer kein Zuckerschlecken sei.
«Nach dem Feierabend kann man den Hund nicht einfach in die Ecke stellen und am nächsten Morgen wieder zur Arbeit mitnehmen. Er braucht Zuneigung, Futter sowie körperliche und geistige Beschäftigung.»
Trotzdem bereue Stephan Matt zu keinem Zeitpunkt, Rocky geholt zu haben. «Glänzende Hundeaugen und aufgeregtes Schwanzwedeln bestätigen mir täglich, dass sich der Aufwand zweifelsfrei lohnt. Ich habe mir als Hundeführer einen Bubentraum erfüllt.»

