Hoher Besuch aus Asien
Statistisch gesehen kommt jeder sechste Mensch auf der Welt aus Indien. Im Sitzungszimmer des Gemeinderates war die Quote am Mittwochnachmittag sogar noch höher. Der indische Botschafter Sibi George besuchte das Gemeindehaus Volketswil mit seinem ersten Sekretär und tauschte sich mit Vertretern von Politik und Gewerbe aus. Für Gemeindepräsident Jean-Philippe Pinto (CVP), dessen Eltern aus dem indischen Goa stammen, war es nicht das erste Treffen, seit George im Herbst in die Schweiz kam. «Nun haben wir endlich die Chance, uns ausführlich auszutauschen», sagte er zu Beginn des Treffens. Ausgetauscht wurden auch fleissig Visitenkarten, bevor sich das Gespräch dem Thema Wirtschaft zuwandte.
Potenzial in Volketswil
Über 250 Schweizer Firmen haben bereits einen Sitz in Indien, führte George aus. Man wolle noch näher zusammenarbeiten, damit diese Zahl weiter steigen könne. Die indische Botschaft biete für Schweizer Firmen Hilfe, damit die Ausbreitung nach Asien gelingt.
Grosses Interesse zeigte er am neu eingeweihten Innovationspark in Dübendorf, der unter anderem auch zum Aufbau eines guten Netzwerkes dienen soll. «Wir hoffen natürlich, dass dieser auch positive Auswirkungen auf den Standort Volketswil haben wird», sagte Pinto. In Dübendorf sei der Platz begrenzt, in Volketswil gebe es noch viel Potenzial für neue Firmen. «Zwar haben schon viele Schweizer Firmen einen Sitz in Indien, aber umgekehrt noch kaum.» Gerade indische Start-Ups seien in der Schweiz immer willkommen, damit ein Ressourcenaustausch stattfinden könne.
Yoga und Ferien
Neben der Wirtschaft wurden im rund einstündigen Gespräch aber auch lockere Themen gestreift. So sei es Sibi George in seiner bisherigen Zeit in der Schweiz etwa aufgefallen, wie viele Personen sich hierzulande für Yoga interessieren, was ihn sehr freue. «Die Schweizer kümmern sich sehr um ihre Gesundheit.» Und auch beim Thema Essen waren sich alle einig, dass Volketswil eigentlich ein Indisches Restaurant benötige. George betonte immer wieder die gute Zusammenarbeit zwischen Indien und der Schweiz. So sei etwa der erste «treaty of friendship» (Freundschaftsvertrag) von Indien mit der Schweiz geschlossen worden sei.
Zudem sei Indien auch eine wunderbare Feriendestination. Eine Aussage, die bei Pinto und dem ebenfalls anwesenden Gemeinderat Daniel North (FDP) ein breites Grinsen auslöste. «Ich werde immer wieder von meinen Kollegen angehalten, ich solle endlich eine Gemeinderatsreise nach Indien organisieren», sagte Pinto und lachte.
