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«Ich verlor nie den Glauben an mich selber»

Cinzia Tomezzoli ist Winterthurer Sportlerin des Jahres. Die Basketballerin holte sich mit ihrem Team, den Damen des Basketballclubs Winterthur, 2017 den Cupsieg. Ihren Kampfgeist bewies die 29-Jährige schon früher: Nach einem folgenschweren Unfall 2009 musste sie sich in die Sportwelt zurückkämpfen.

«Ich verlor nie den Glauben an mich selber»

Cinzia Tomezzoli ist die Winterthurer Sportlerin des Jahres 2017. Die 29-jährige Basketballerin  setzte sich an der Eulachstädter  Sport-Ehrung am 2. März gegen den Snowboard-Crosser Kalle Koblet  und den BMX-Fahrer Cédric Butti durch. «Den Titel als Sportlerin des Jahres zu holen ist für mich eine unglaubliche Ehre. Jedoch beanspruche ich diese Auszeichnung nicht nur für mich, sondern für mein ganzes Team», sagt Cinzia Tomezzoli. 

Die Zürcherin spielt seit sechs Jahren für die Damen des Basketballclubs Winterthur. 2017 holte sie mit diesem Team den Sieg im Schweizer Cup und gewann den Supercup. Dass sie solche Erfolge feiert, gleicht einem Märchen. 2009 erlitt Cinzia Tomezzoli nämlich einen folgenschweren Unfall. 

Der Unfall weckte den Kampfgeist
«Ich ging über einen Fussgängerstreifen. Der sich nähernde Autofahrer übersah mich und fuhr über meinen Fuss. Dadurch verlor ich den grossen und die beiden darauffolgenden Zehen», blickt sie zurück.

Die damals 21-Jährige erhielt von ihrem Arzt die Prognose, nie wieder rennen, geschweige denn Basketball spielen zu können. «Es war ein Schock für mich. Ich spielte zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Jahre. Basketball war meine grosse Leidenschaft.»

Sie entschied sich, den Worten des Arztes keinen Glauben zu schenken und begann zu kämpfen. «Ich habe einen sturen Kopf. Wenn mir jemand sagt, dass ich etwas nicht kann, will ich das Gegenteil beweisen.»

Ihre Familie und Freunde seien in dieser Zeit eine grosse Stütze für Cinzia Tomezzoli gewesen. «Sie motivierten mich und holten mich aus jedem Tief. Meine Eltern fuhren mich zur Therapie und halfen mir, meinen Ehrgeiz und den Glauben an mich selber nicht zu verlieren.» 

«Wenn mir jemand sagt, dass ich etwas nicht mehr kann, will ich unbedingt das Gegenteil beweisen.»

Cinzia Tomezzoli, Winterthurer Sportlerin des Jahres

Vom Coach zur Spielerin
Dieser Kampfgeist zahlte sich aus: Dreieinhalb Jahre später stand Cinzia Tomezzoli wieder in einer Halle und warf Körbe. «Ich coachte die Jugendlichen, zuerst in Frauenfeld und dann in Winterthur.  So fand ich meinen Weg zurück zum Basketball.» Im Jahr 2012 entschied sie sich dann, dem Damenteam des Basketballclubs Winterthur beizutreten. Dieses spielte damals noch in der zweiten Liga. «Dieses Niveau war für mich als ‹Einsteigerin› perfekt.» 

Cup-Sieg als Lohn für Einsatz 
Saison für Saison habe sich dann die Leistungen des Teams verbessert. «Wir nahmen uns immer einem neuen Ziel an. Von der zweiten in die erste Liga, von dort aus in die Nati B und dann in die höchste Spielklasse.» Bereits in der zweiten Saison in der NLA gelang den BCW-Damen dann den Einzug in den Cupfinal.

Diesen zu gewinnen sei für alle Spielerinnen eine Art Lohn für ihren Einsatz gewesen. «Bei uns im Team ziehen alle an einem Strang. Wir sind Freundinnen, nicht nur Teamkolleginnen.» Der Ehrgeiz der BCW-Damen ist aber auch nach dem Cup-Sieg ungebrochen. «Wir wollen Schweizer Meister werden. Dafür geben wir alles», so Cinzia Tomezzoli. 

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