«Was ist ein guter Lehrer?»
In der Turnhalle des Schulhauses Zentrum wurde für einmal nicht mit Bällen, sondern mit Worten gespielt. Am ersten von zwei Podiumsanlässen, die das Offene Frauenpodium Volketswil organisiert, präsentierten sich die Kandidaten der Rechnungsprüfungskommission (RPK) und der Schulpflege einer Handvoll interessierter Volketswiler. Moderiert wurde der Anlass von der ehemaligen ZO/AvU-Redaktorin Anna Guhl.
Rosmarie Quadranti, amtierende Schulpräsidentin und Mitglied der Kerngruppe des Frauenpodiums, begrüsste die Anwesenden, bevor die Kandidaten für die RPK ihre Plätze an den Stehpulten einnahmen. Für die fünf zu vergebenden Sitze haben sich auch fünf Kandidaten gemeldet, die sich dadurch wohl bereits gewählt sein dürften.
Danach wurde es an den Stehpulten eng. Obwohl zwei der Kandidaten für die Schulpflege am Podium fehlten und die drei Präsidiumskandidaten separat befragt wurden, traten acht Kandidaten für die Schulpflege nach vorne. Wie bereits bei der Fragerunde der RPK herrschte auch bei den Kandidaten für die Schulpflege grösstenteils Einigkeit. Sowohl was die wichtigste Aufgabe der Schulpflege angeht – Unterstützung der Pädagogen, gute Vernetzungen, offene Ohren für Schüler und Lehrer – als auch die Bereitschaft, sich für das Amt einzusetzen betrifft.
Eine «Trotzreaktion»
Mit am meisten Spannung wurde wohl das Gespräch mit den drei Präsidiumskandidaten erwartet und hier gingen die Antworten auch am stärksten auseinander. Während Sabine Wegmann (parteilos) sich als Bauingenieurin die nötige Führungserfahrung als auch Fachkenntnisse für den geplanten Ausbau der Schulhäuser zusprach, beruf sich Yves Krismer (FDP) auf seine Erfahrung als Finanzvorstand in der Schulpflege.
Peter Schnetzler (parteilos), der seine Kandidatur im Vorfeld als «Trotzreaktion» bezeichnete, hielt sich am Podium zurück. Seine Motivation für das Amt führte er auf die Schüler zurück. «Ich habe gerne Kinder, von ihnen können wir noch viel lernen.»
Was ist ein guter Lehrer?
Auf die Frage von Moderatorin Anna Guhl, was denn für sie ein guter Lehrer sei, wich die Antwort von Schnetzler von deren seiner Konkurrenten ab. Seiner Meinung nach sollte man die Qualität der Lehrer an den Leistungen der Schüler messen. «So sollte er seine Schüler mindestens in die Sek B bringen können.»
Das sah Krismer anders: «Es kann nicht sein, dass möglichst viele Schüler ins Gymi gebracht werden müssen», sagte er. Ein guter Lehrer müsse den Zeitgeist spüren und nicht nur schwache Schüler unterstützen. Dem stimmte Wegmann zu. «Auch starke Schüler müssen gefördert werden, mit dem Lehrplan 21 gibt es dafür wieder neue Möglichkeiten.»
Überblick und zweites Podium
Am Podium für die Schulpflege nahmen folgende Kandidaten teil:
- Raphael Banti (BDP, neu)
- Jean-Philippe Endters (SVP, neu)
- Raffaela Fehr (FDP, neu)
- Claudia Ferraro (parteilos, neu)
- John Herter (SVP, bisher)
- Sara Portmann (parteilos, neu)
- Maja Roca (parteilos, bisher)
- Priska Sonderegger (SVP, bisher).
Die beiden Kandidaten Claudio Ferrarini (SVP) und Maja Buchli-Zimmermann (SVP) waren am Dienstag verhindert und konnten darum nicht am Podium teilnehmen.
Die Teilnehmer des RPK-Podiums:
- Petra Klaus (FDP, Präsidium, bisher),
- Thomas Brunner (SVP, bisher),
- Christoph Kirschner (SVP, bisher),
- Michael Wyss (FDP, bisher),
- und neu der diplomierte Wirtschaftsprüfer Hans Stamm (SVP).
Am 13. März findet um 20 Uhr im Schulhaus Zentral das zweite Wahlpodium des Frauenpodiums Volketswil zu Sozialbehörde und Gemeinderat statt. (lcm)
