Politik

«Rechtsvorbeifahren mindert Unfallrisiko»

Thierry Burkart, FDP-Nationalrat und TCS-Vizepräsident, möchte das Rechtsvorbeifahren auf Schweizer Autobahnen erlauben. Dies würde zu flüssigerem Verkehr und weniger Unfällen sorgen. Gleicher Meinung sind auch die Winterthurer Fahrlehrer Thomas Künzle und Daniel Schällibaum. Wichtig sei jedoch, dass Rechtsüberholer weiterhin bestraft werden.

«Rechtsvorbeifahren mindert Unfallrisiko»

Auf der Nordumfahrung zwischen Zürich und Winterthur verzeichnete das Bundesamt für Strassen (ASTRA) im Jahr 2016 355 Stautage. Diese werden auf Unfälle, Baustellen und eine Überbelastung der Strasse zurückgeführt. 

Um einen besseren Verkehrsfluss zu schaffen, brachte der FDP-Nationalrat und TCS-Vizepräsident Thierry Burkart den Vorstoss, das Rechtsvorbeifahren in allen Verkehrssituationen zu erlauben. Bisher ist das nur gestattet, wenn die linke Kolonne langsamer ist.

Gegenüber dem SRF sagt er: «Rechtsvorbeifahren in allen Situationen würde eine grössere Sicherheit schaffen.» Heutzutage sei niemand mehr überrascht, wenn auf seiner rechten Seite ein Auto vorbeiziehe. Gegner befürchten hingegen, dass ein solcher Entscheid zu mehr Hektik  auf den Strassen führen würde, weil von beiden Seiten Autos vorbeifahren. 

«Notorische Linksfahrer sind der Grund für stockenden Verkehr.»

Daniel Schällibaum, Fahrlehrer und Geschäftsführer bei «Dany’s Fahrschuel» in Winterthur

Linksfahrer behindern Verkehr
Einer, der die Situation auf den Strassen beurteilen kann, ist der Fahrlehrer Daniel Schällibaum. Er ist Geschäftsführer von «Dany’s Fahrschuel» in Winterthur und begrüsst den Vorstoss von Thierry Burkart. «Der Verkehr würde besser fliessen und es würde weniger Unfälle geben», meint der Winterthurer.

Grund für stockenden Verkehr auf den Strassen seien nämlich meist notorische Linksfahrer. «Sie bleiben auf der Überholspur, fahren aber nicht mit der Höchstgeschwindigkeit. Die hinteren Autofahrer ärgern sich, werden aggressiv und halten immer weniger Abstand. Genau so passieren dann Auffahrunfälle.»

Wäre es erlaubt, in einer solchen Situation rechts vorbeizuziehen, würde sich die Situation gemäss Daniel Schällibaum entschärfen.

Mehr Umfahrungsmöglichkeiten
Ähnlich denkt auch Thomas Künzle, Fahrlehrer beim Fahrschultreff Winterthur. «Der Verkehrsfluss würde sich massiv verändern. Die Kapazität der Autobahnen nähme dann um ein Drittel zu, weil die Spuren besser genutzt werden könnten.»

Auch er ist der Meinung, dass das Unfallrisiko gesenkt werden kann. «Der Verkehr ist gelassener. Die Automobilisten haben mehr Möglichkeiten, einen langsameren Fahrer zu umfahren.» 

«Die Kapazität der Autobahnen nähme um ein Drittel zu.»

Thomas Künzle, Fahrlehrer bei Fahrschultreff Winterthur

Nur vorbei fahren, nicht überholen 
Dass Rechtsvorbeifahren zum Rechtsüberholen verleiten kann  sind sich Thomas Künzle und Daniel Schällibaum bewusst. Das sei aber heute schon so. Daniel Schällibaum führt aus: «Es gibt immer wieder Situationen, in denen ich Rechtsüberholer beobachte. Das ist sehr gefährlich, da diese oft mit hoher Geschwindigkeit wieder auf die linke Spur wechseln.»

Thomas Künzle fügt an: «In solchen Fällen muss die Polizei ein Auge auf die Mobilisten haben und Verkehrssünder entsprechend bestrafen.»

Kantonspolizei hält sich zurück
Die Kantonspolizei Zürich äusserte sich gegenüber dem «Stadi» aufgrund der noch laufenden politischen Gespräche nicht zum Thema. Ein Mediensprecher erklärt: «Meinungen der Polizei würden die Bevölkerung beeinflussen. Deshalb halten wir uns zurück.» 

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