Der Insider machte in Uster das Rennen
Die Verantwortlichen der Stadt Uster machten es am Abstimmungssonntag spannend um die Nachfolge von Sekundarschulpräsident Thomas Pedrazzoli (FDP). Mit einem mehrstündigen Abstand zum Ergebnis der Initiative zum Schutz des Waldes wurde schliesslich der Wahlsieg von Benno Scherrer (GLP) bekannt gegeben.
Der Berufsschullehrer und Kantonsrat erreichte mit 3087 Stimmen rund tausend Stimmen mehr als seine Konkurrentin Sabine Balmer (FDP), die 2098 Ustermer für sich gewinnen konnte. Die Stimmbeteiligung lag bei 35,96 Prozent.
Politischer «Rucksack»
«Ich hatte eine breite politische Unterstützung von Mitte-Links», freut sich Scherrer. Persönlich hätten ihm auch Vertreter der SVP und FDP die Stimme zugesichert. «Aber man weiss ja nie, da habe ich in meiner politischen Laufbahn auch schon anderes erlebt. Darum freue ich mich jetzt umso mehr.» Seinen «Rucksack mit politischen Erfahrungen», wie er es nennt, habe bestimmt zu seinem Erfolg beigetragen, so Scherrer, der für die GLP im Kantonsrat sitzt. «Aber ich glaube, man hat vor allem gemerkt, dass ich für dieses Amt brenne und die Erfolgsgeschichte der Sekundarschule Uster weiterschreiben will.»
«Für diese Aufgabe werde ich mir als Präsident mit hohem Respekt und Feuer viel Zeit nehmen.»
Benno Scherrer, Wahlsieger Sekundarschulpräsidium
Seine Berufserfahrung sei ebenfalls ein wichtiger Aspekt. «Sowohl für Eltern als auch für die Lehrpersonen ist es wichtig, dass dem Präsidenten die Schule am Herzen liegt», sagt Scherrer, der selber als Berufsschullehrer arbeitet. «Die Sek ist die entscheidendste Stufe im Schweizer Bildungssystem und für diese Aufgabe werde ich mir als Präsident mit hohem Respekt und Feuer viel Zeit nehmen.» Sein Arbeitspensum an der Berufsschule werde er nun stark reduzieren.
«Wäre gewappnet gewesen»
Auch wenn Benno Scherrer im Duell um das Präsidium seine Konkurrentin deutlich abgehängt hat, wird sie in die Sekundarschulpflege einziehen – und zwar mit einem guten Resultat. Bei den Ergebnissen für die Schulpflegemitglieder hat Scherrer zwar allen voran mit 4556 Stimmen am meisten Zustimmung erhalten, doch Sabine Balmer folgt mit 4171 Stimmen. «Dies zeigt, dass mir niemand die Kompetenz abspricht, die Arbeit gut zu machen», kommentiert sie das Ergebnis.
«Ich wäre für das Amt des Präsidiums gewappnet gewesen.»
Sabine Balmer, zukünftige Sekundarschulpflegerin
Schliesslich sei es wohl Scherrers Bekanntheit in Uster gewesen, die ihn zum Wahlsieg führte. «Von meinem Hintergrund her, wäre ich für das Amt des Präsidiums gewappnet gewesen», sagt Balmer, die als Bildungsrätin unter anderem für die Entwicklung des Lehrplans verantwortlich ist. Auch wenn viele Parteien sich hinter Scherrer gestellt haben, sei ihr doch oft zu Ohren gekommen, dass die Ustermer eine Auswahl zwischen «zwei guten Kandidaten» haben. «Nun freue ich mich auf die Arbeit in der Sekundarschulpflege», sagt Balmer.
Ebenfalls in die Sekundarschulpflege gewählt sind Rolf Heckendorn (Grüne, bisher), Ralf Kreienbühl (parteilos, bisher), Annett Krassnitzer Gmünder (SP, bisher), Katrin Bringolf Kunz (SP, neu), Ruth Gsell-Egli (EVP, bisher), Margrit Bucher (SVP, neu) und Isabelle Strasser (SVP, neu). Doris Wolfensberger (SVP, neu) hat zwar das absolute Mehr erreicht, schied jedoch als überzählig aus.
