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Vom Dorfpfarrer zum «kaufmännischen Pfarrer»

Pensioniert und berufstätig – so lautet der neue Status des Pfäffikers Peter Schulthess. Der unter anderem für sein überregionales Engagement als Notfalseelsorger bekannte Pfarrer ist weiterhin vielfältig seelsorgerisch tätig, aber nun eben als Einmann-Privatfirma.

Der pensionierte Pfarrer Peter Schulthess ist nun auf privater Basis tätig, unter anderem als Buchautor. In der Hand hält er sein jüngstes Werk «Herr Pfarrer, beten Sie richtig». (Foto: Ernst Hilfiker)

Vom Dorfpfarrer zum «kaufmännischen Pfarrer»

23 Jahre lang war er reformierter Pfarrer in Pfäffikon, am letzten Oktober-Sonntag 2017 dann hielt er  unter enormer Anteilnahme der Bevölkerung seinen Abschiedsgottesdienst. Das war der ordentliche und geplante Abschied des 65-Jährigen aus seiner offiziellen Anstellung – aber eben nicht aus seinem Berufsleben. Denn das geht nun weiter, wenn auch im etwas ruhigeren und vor allem selbst gewählten Takt.

Ein Beruf ohne Namen

Peter Schulthess macht nämlich Teile seines bisherigen Jobs neu auf eigene Rechnung. In einem gemieteten Büro in Pfäffikon, aber ohne Firmennamen und in einer Funktion, für die es keine wirklich treffende Bezeichnung gibt. «Kaufmännischer Pfarrer», meint er lachend und auf seinen Status als private Einmannfirma anspielend, könnte man seiner neuen Tätigkeit beispielsweise sagen.

Von Trauung bis zu Traurigstem

Die Dienstleistungen, die Schulhess anbietet, sind vielfältig. So nimmt er weiterhin Trauungen oder Abschiedsrituale auf christlicher Basis vor und begleitet Menschen seelsorgerisch.

Auch seine Nebentätigkeit, die Notfallseelsorge, die ihn weit über den Kanton hinaus bekannt machte, führt er weiter. Auch dieses Jahr wird er wahrscheinlich wieder gegen 20 Mal an den Ort plötzlicher Tragödien ausrücken, wird Hinterbliebene nach dem Suizid eines Familienmitglieds betreuen, Gewaltopfern beistehen und den bei solchen Ereignissen ausgerückten Helfer helfen. Zu letzterem Bereich gehören auch die Mitgliedschaft des Pfäffikers im kantonalen Careteam der Feuerwehr und ein Mandat beim Rettungsdienst Regio 144.

Schon 16’000 Bücher verkauft

Peter Schulthess hat nicht nur schon Hunderte von Reden für Trauungen, Gottesdienste und Abdankungen geschrieben, sondern auch vier Bücher. Die Werke über seine Erfahrungen als Notfallseelsorger, als Engelsforscher und Pfarrer haben sich bisher 16’000 Mal verkauft. Sein jüngster Titel, «Herr Pfarrer, beten Sie richtig!», ist im Oktober 2017 herausgekommen – und Anfang 2018 wurde bereits eine zweite Auflage davon gedruckt. (Für Bestellungen: www.blaukreuzverlag.ch)

Seine langjährige Berufs- und Blaulichteinsatzerfahrung gibt der 65-Jährige aber auch der breiten Bevölkerung weiter.  So ist der Pfarrer als Buchautor tätig , hält Vorträge und veranstaltet Seminare. Die Preise für seine Dienstleistungen vereinbart er individuell.

«Sehr erfüllend»

Die Nachfrage nach dem privaten Pfarrer ist gross; die 18er-Agenda ist schon grossflächig mit Einträgen belegt. Seine Kunden seien meistens «Menschen, die nicht mehr in die Kirche gehen, aber in bestimmen Lebenssituationen einen christlichen Bezug möchten».

Dass Peter Schulthess auch nach seiner Pension ein gefragter Mann ist, freut ihn. Doch, wird sich vermutlich man einer fragen, muss man denn im AHV-Alter noch Dinge wie Notfallseelsorgeeinsätze mitten in der Nacht tun, die dem Pfäffiker oft nahe gehen? Ja, sagt Schulthess überzeugt, denn «den Menschen dienen, das ist sehr erfüllend für mich».
 

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