Politik

Einsatz für mehr Frauen in der Zauberwelt

Andrea-Katja Blondeau hat ihre Leidenschaft in der Zauberei gefunden. Nebst Auftritten ist die Winterthurerin als Zauberpädagogin unterwegs und lernt Kindern die Kunst der Magie. Ihr Ziel ist, mehr Mädchen für diese Branche zu begeistern.

Einsatz für mehr Frauen in der Zauberwelt

52 Karten und eine Zauberin. Eine Zuschauerin aus dem Publikum wählt eine der Karten aus und zeigt sie den anderen Besuchern: Herz-Ass. Die Magiern nimmt die besagte Karte, natürlich ohne sie gesehen zu haben, und mischt sie unter die anderen. Nach und nach lässt sie nun die 52 Karten auf den Boden fallen. Bis auf eine: Das Herz-Ass.

Hinter diesem Trick steckt Andrea-Katja Blondeau, unter ihrem Pseudonym Andy Mayno. «Ob mit Karten, Münzen oder Gegenständen auf dem Tisch. Einen Zaubertrick kann ich mit fast allen Utensilien vorführen», so die 39-Jährige.

Seit dem zweiten Kindergarten weiss sie, dass sie einmal in die Fussstapfen ihres Vaters treten und Zauberin werden möchte. Diesen Traum hat sie sich erfüllt. Seit 25 Jahren tritt sie an Privatfeiern, Firmenanlässen und Kongressen auf und bringt die Zuschauer mit Zaubertricks zum Staunen.

Männer dominieren die Branche

Doch nicht nur die Unterhaltungszauberei gehört zu ihrem Repertoire. Andrea-Katja Blondeau ist auch Zauberpädagogin. Das heisst, sie bringt die Kunst der Magie Kindern und Jugendlichen in der Schule bei.

Die Winterthurerin führt aus: «Ich besuche Schulklassen und gebe Ferienworkshops, in denen die Kinder zu Zauberlehrlingen werden.» Gemeinsam werde ein Zaubertrick so lange geübt, bis beim Vorführen das Geheimnis des Tricks verborgen bleibt. «Die Schüler erfinden Geschichten dazu und üben das Auftreten als Zauberkünstler vor dem Publikum.»
 

«Die Zauberbranche wird von Männern dominiert.»

Andrea-Katja Blondeau, Zauberkünstlerin und Zauberpädagogin

Die Jugendförderung sei momentan ihre oberste Priorität, eigene Auftritte habe die Solokünstlerin in den Hintergrund gestellt. Grund sei unter anderem die momentane Geschlechteraufteilung in der Zauberbranche. «Diese wird stark von Männern dominiert. Mein Ziel ist, mehr Frauen die Freude an der Magie beizubringen und ihnen eine Zukunft aufzuzeigen, mit der sie sich vielleicht noch nie beschäftigt haben.»

Unendlich viele Facetten

«Frau sein» – das sei auch für Andrea-Katja Blondeau die grösste Herausforderung gewesen. «Ich musste mich in meiner Rolle behaupten. An Firmenfeiern beispielsweise hörte ich immer wieder dumme Sprüche von angeheiterten Männern.» Diese hätten die 39-Jährige aber noch mehr motiviert, ihr Ding durchzuziehen.

«So weiss ich, dass ich Festzeltstimmung weder im Privaten noch bei der Arbeit brauche und nun zum Glück mein Publikum aussuchen darf.» Dass die Magie irgendwann ihren Reiz verlieren würde, davor hat die Winterthurerin keine Angst. «Die Zauberei hat unendlich viele Facetten. Jeder Bereich des Lebens kann miteinbezogen werden, die Themen gehen nie aus.»

Fehler gefunden?

Jetzt melden.