Gemeinderätinnen wollen mehr Musik im Unterricht
Steigerung der Wahrnehmungsfähigkeit, Beweglichkeit, Stressbewältigung, Lernbereitschaft und Ausdauer – für die Gemeinderätinnen Kathrin Agosti (SP), Mary Rauber (EVP) und Monika Fitze (SP) hat die Musikalische Grundausbildung in der Schule mehr zu bieten als nur die Vermittlung von Grundstoff. «Es wird ein Mehrwert in den überfachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler geschaffen», schreiben sie in ihrer Leistungsmotion. «Das Kind wird im kognitiven, affektiven, sensomotorischen und sozialen Bereich gefördert.» Zudem sei es wichtig, dass alle Schüler unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern von diesem Angebot profitieren können.
Durch den Lehrplan 21 soll ab Schuljahr 2018/2019 die Musikalische Grundausbildung von der ersten in die zweite Klasse verlagert werden. Mit ihrer Leistungsmotion wollen Agosti, Rauber und Fitze vom Stadtrat wissen, wie das Angebot in der Primarschule erhöht werden kann, damit die Schüler der ersten und zweiten Klasse eine zusätzliche Lektion pro Woche Musikalische Grundausbildung erhalten und was die Kosten dafür wären.
Andere Gemeinden grosszügiger
Aktuell gibt es pro erster Klasse zwei Wochenlektionen Musikalische Grundausbildung, die in der Halbklasse durch Fachlehrkräfte der Musikschule Uster/Greifensee unterrichtet werden. Daraus ergibt sich eine Lektion pro Schüler pro Woche. «Das derzeitige Angebot hat sich bewährt und stösst bei Eltern und Lehrpersonen auf Zustimmung», sagt Agosti. Es zeige sich aber, dass die zahlreichen Inhalte nicht in einer Lektion untergebracht werden können.
Andere Gemeinden seien grosszügiger, was die Musikalische Grundausbildung betreffe. So würden etwa in Zürich, Dübendorf und Volketswil zwei Jahre lang je zwei Lektionen in der Halbklasse, in Maur vier Jahre lang eine Lektion in der Halbklasse und in Winterthur zwei Lektionen in der Halbklasse pro Woche unterrichtet.
«Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass der ebenfalls als Einsteiger-Unterricht gedachte und von der Stadt Uster subventionierte Blockflöten-Unterricht immer weniger nachgefragt wird», sagt Kathrin Agosti. Sie schlägt vor, den für die Subventionierung des Blockflötenunterrichtes budgetierte Betrag in die musikalische Grundausbildung «umzuleiten».
Blockflöten-Budget umlagern
Die Umsetzung der Motion könnte gemäss den drei Gemeinderätinnen etwa dadurch erreicht werden, dass in der 1. Klasse eine zusätzliche Wochenlektion im Teamteaching – eine Lehrperson der Musikschule zusammen mit der Klassenlehrperson – statt «normalem» Musikunterricht in der Ganzklasse angeboten würde. «Damit könnte trotz Lehrplan 21 bereits in der 1. Klasse Musikalische Grundausbildung angeboten werden und nachfolgend in der 2. Klasse eine Wochenlektion in der Halbklasse, wie es heute in der 1. Klasse üblich ist», sagt Agosti.
Das Angebot der Musikalischen Grundausbildung ist als ergänzendes Fach fakultativ und ist kommunal geregelt. Das Zürcher Volksschulamt gibt die Empfehlung, diese auch weiterhin anzubieten, auch wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Blockzeiten mit der erhöhten Stundenzahl von der Volksschule garantiert würden. (lcm)
