Erneute Kampfwahl um Schulpräsidium
Seit der Einführung der Einheitsgemeinde im Januar 2016 besteht der Egger Gemeinderat aus acht Personen. In der Legislatur 2018 bis 2022 sollen es wieder sieben sein. Nur die Hälfte der aktuellen Gemeinderäte strebt eine weitere Amtszeit an: Corinne Huber (ProEgg), Markus Ramsauer (SVP) und Tobias Bolliger (FDP), der zudem der einzige Kandidat ist, der sich für die Nachfolge von Rolf Rothenhofer (parteilos) als Gemeindepräsident zur Verfügung stellt.
Nicht mehr zur Wahl antreten werden neben Rolf Rothenhofer auch Gesundheitsvorstand Matthias Menzi (SVP) und Bauvorstand Silvano Murchini (FDP). Sozialvorsteherin Maja Gonseth (FDP) kandidiert für die Sozialbehörde statt den Gemeinderat.
Juristischer Hintergrund
Auch Beatrice Gallin (parteilos), die mit der Fusion der beiden Gemeinden als Schulpräsidentin Einsitz in den Gemeinderat nahm, hat sich eine weitere Legislatur zum Ziel gesetzt. Doch wie bereits vor vier Jahren steht für das Schulpräsidium eine Kampfwahl an. Stefan Gnädinger (CVP) will die amtierende Präsidentin ablösen. Der Jurist stammt aus einer «Politikerfamilie», wie er sie bezeichnet. «Es war schon immer meine Absicht, mich irgendwann in der Politik zu betätigen», sagt Gnädinger. «Das Egger Schulpräsidium ist nun meine erste politische Ambition.»
Als ehemaliger Realschullehrer bringe er ein grundlegendes Basiswissen für das Amt mit. «Unsere Partei wurde im Verlaufe der Vorbereitung der Kandidatur von verschiedenen Seiten darauf angesprochen, ob wir nicht einen Sprengkandidaten für das Schulpflegepräsidium portieren könnten.» Daraufhin habe man parteiintern gemeinsam entschieden, direkt das Präsidium anzustreben. «Ich möchte etwas bewirken», sagt der 45-jährige Gnädinger, der seit vier Jahren mit seiner Familie in Egg wohnt.
Seine Erfahrung als Lehrer gebe ihm zwar eine andere Sicht im Vergleich zu jemandem ohne dieses Vorwissen, seine Qualifikation für das Schulpräsidium sieht er aber voll allem in seiner juristischen Ausbildung und Tätigkeit: Neben seines beruflichen Engagements als freischaffender Rechtsanwalt doziert er seit rund zehn Jahren an der Pädagogischen Hochschule Zürich den Bereich Schul- und Bildungsrecht im Schulleiterausbildungslehrgang.
«Offerte an Bürger»
Die erneute Herausforderung durch einen Gegenkandidaten bezeichnet Beatrice Gallin als «etwas Gesundes». «Natürlich werde ich lieber gewählt als abgewählt, aber eine Auswahl an Kandidaten ist eine Art Offerte an den Bürger.» Der Wahl sehe sie nicht anders entgegen als vor vier Jahren, als Egg noch keine Einheitsgemeinde war und bei einem Wahlerfolg noch kein Sitz im Gemeinderat winkte. Für sie ist aber klar: Sollte sie noch einmal gewählt werden, wäre dies ihre letzte Amtszeit. «Nach drei Legislaturen in der Schulpflege ist es Zeit für einen Wechsel», sagt Gallin.
inen Wechsel vollzog sie bereits im Sommer, als sie aus Kapazitätsgründen aus der FDP austrat (wir berichteten). Nun bildet sie gemeinsam mit Christoph Domeisen, der für den Gemeinderat kandidiert, sowie den bisherigen Schulpflegekandidaten Philipp Märki und Urs Rehhorn den parteilosen Zusammenschluss «Vier für Egg».
Neu für den Gemeinderat kandidieren Bettina Baumgartner-Huber (FDP), die aktuell in der Sozialbehörde Einsitz hat, Erich Haller (FDP), der momentan in der Rechnungsprüfungskommission sitzt, Beat Ritter (SVP) sowie Tobias Infortuna (SVP), der heute als Finanzvorstand der Schulpflege tätig ist. Für die Schulpflege kandidieren neben Gallin, Märki und Rehhorn auch Tatjana Feiner (SVP, neu), Oliver Künzler (FDP, bisher) und Claudia Nyffenegger (FDP, neu).
Kampf um RPK-Sitze
In der Rechnungsprüfungskommission kommt es ebenfalls zu einer Kampfwahl, da sechs Kandidaten einen der fünf Sitze anstreben: Reto Furrer (FDP, neu), Beat Gassmann (SVP, bisher), Sergio Oesch (ProEgg, neu), Jenny Waldvogel (parteilos, bisher), Regula Zündorf (parteilos, bisher) sowie erneut als Präsident der bisherige Beat Rüegg (SVP). In der Reformierten Kirchenpflege, der Baukommission und der Sozialbehörde haben sich jeweils so viele Kandidaten gemeldet, wie Sitze zu vergeben sind.
