Die letzte Frage von Moderator und ZO/AvU-Redaktor Raphael Brunner brachte die Diskussion der beiden Kandidaten für das Ustermer Sekundarschulpräsidium auf den Punkt: «Wo liegen überhaupt die grossen Unterschiede zwischen ihnen beiden?», fragte er am Dienstag im Gemeinderatssaal. Vorher präsentierten die Kandidaten Benno Scherrer (GLP) und Sabine Balmer (FDP) ihre Motivation für das Amt des Präsidiums und die Voraussetzungen, die sie dafür mitbringen. Dabei war die Diskussion von grossem Konsens geprägt.
Der 52-jährige Scherrer ist Berufsschullehrer und bewegt sich seit 10 Jahren in der Politik. Zuerst als Ustermer Gemeinderat und aktuell als Kantonsrat habe er bereits viel Legislativerfahrung gesammelt. «Nun möchte ich mich in einer Exekutive zielgerichtet für die Schule einsetzen», sagte er. Das Sekundarschulpräsidium sei eine ideale Kombination seines beruflichen und politischen Hintergrundes.
Sabine Balmer Kunz arbeitet als Direktionsmitglied der Credit Suisse, ist seit 2015 Bildungsrätin und vertritt im Gremium den Zweig der Wirtschaft. Im Bildungsrat ist sie unter anderem für die Entwicklung des Lehrplans verantwortlich. «Diese Erfahrung will ich nun in Uster einbringen und mit dem politischen Amt eine neue Herausforderung annehmen», sagte die 54-Jährige.
Fusion nicht primäres Ziel
Auf die Frage, warum sie auch ohne Erfahrung als Lehrperson die bessere Präsidentin wäre, antwortete Balmer Kunz pragmatisch: «Als Sekundarschulpräsident geht es nicht darum, ein besserer Lehrer zu sein. Es gibt bereits viele gute Pädagogen.» Vielmehr gehe es um strategische Entscheide, die zu fällen sind, und darum, eine Schnittstelle zur Politik zu bilden. «Wenn man bereits zu eng im Geflecht drin ist, können solche Entscheide schwer fallen.» Der Ball lag damit bei Benno Scherrer. Er wurde von Moderator Raphael Brunner gefragt, ob er als Sekundarschulpräsident in der Funktion des «Arbeitnehmervertreter als CEO der Sekundarschule» nicht zu nah dran sei. Dieser entgegnete selbstbewusst: «Ich habe bereits genügend Prozesse und Lehrplanveränderungen durchgemacht, dass ich weiss was es heisst, Dinge umzusetzen», sagte er. Zudem kenne er als Lehrer einer «Abnehmerschule» die Herausforderungen, vor denen Sekschüler stehen.

