Politik

Tattoosünden ungeschehen machen

Gina Moser ist Tätowiererin bei der Kette «2nd Skin», teilweise arbeitet sie auch im Studio in Winterthur. Zu ihrem Alltag gehören Cover-Up-Tattoos. Damit es nicht zu so einem kommt, rät sie jedem davon ab, sich ohne ein überlegtes Motiv unter die Nadel zu legen.

Tattoosünden ungeschehen machen

Ein Tattoo ist für die Ewigkeit. Trotzdem gibt es immer wieder Leute, die sich ein Motiv stechen, welches sie später bereuen. Das bestätigt Gina Moser. Die 21-Jährige arbeitet seit eineinhalb Jahren unter ihrem Künstlernamen Gina Madskull bei der Tattoostudiokette «2nd Skin», unter anderem auch im Studio in Winterthur. 

Zu ihrer Arbeit gehören auch Cover-Up-Tattoos. Ein Cover-Up wird über ein anderes Tattoo gestochen, um dieses zu verdecken. «Meist handelt es sich dabei um Jugendsünden wie der Name des Partners oder ein Motiv, das vorher nicht durchdacht wurde», erzählt Gina Moser. Auch rassistische Motive, wie zum Beispiel das Hakenkreuz, musste sie schon mit einem Cover-Up ungeschehen machen. 

Farben und Linien fordern heraus
Das Stechen eines Cover-Ups ist mit vielen Herausforderungen verbunden. «Das Schwierigste ist die Platzierung. Dass man das alte Tattoo nicht mehr sieht, muss das neue meist grösser werden und mit den Linien des alten übereinstimmen», erzählt Gina Moser.

Farblich passe man sich meist an das alte Motiv an. Ist dieses schwarz-weiss gestochen, muss das neue noch dunkler werden. «Ist die alte Tätowierung farbig, versuche ich, das Cover-Up mit derselben Farbe zu machen. Ansonsten schimmert das untere Sujet durch.» 

«Modetattoos führen oft zu Cover-Ups.» –Gina Moser, Tättowiererin bei «2nd Skin»

Narben durch Tattoos kaschieren 
Nicht nur alte Tattoosünden wecken den Wunsch von einem Cover-Up. «Ich hatte eine Kundin, deren ganzer Arm von Narben übersäht war. Sie schämte sich dafür und wollte nicht mehr die Blicke der Passanten auf sich ziehen. Also zeichnete ich ihr ein grosses Tattoo, bestehend aus Rosen, welches die Narben mehrheitlich verdeckten.» Es gebe auch Fälle, in denen man die Narbe in das Motiv miteinbeziehe – je nach Körperstelle und Kundenwunsch. 

Körperkunst, die für immer bleibt
Damit es schon gar nicht zu einem Cover-Up kommen muss, rät Gina Moser von bestimmten Sujets von Anfang an ab. «Namen eines Partners oder sogenannte Modetattoos sind potenzielle Cover-Up-Kandidaten.»

Modetattoos seien zum Beispiel ein Unendlichkeitszeichen oder  ein Underboob (Tattoo unter den Brüsten). «Solche Motive werden oft gestochen, ohne vorher darüber nachzudenken, einfach weil es gerade cool ist. Dadurch verlieren sie ihre Einzigartigkeit. Und genau diese ist wichtig bei Körperkunst, die das ganze Leben bleibt.»

Tattoostudio «2nd Skin» – www.2ndskn.com

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