Politik

«Auch US-Rap kann sexistisch sein»

Der Winterthurer Rapper Chey veröffentlichte kürzlich den Track «Modefan». Dass jedes Thema angesprochen werden kann begeistert ihn am Rap. Er kritisiert jedoch, dass sexistische Inhalte nur bei deutschen Texten für Wut sorgen.

«Auch US-Rap kann sexistisch sein»

«Ganz egal ob Hipster, Rapper oder Indie-Band, mir sind Modefans.» Zumindest, wenn es nach dem Rapper Chey geht. Der Winterthurer veröffentlichte vor kurzem die Single «Modefan», seit einigen Tagen ist das dazugehörige Video auf Youtube verfügbar.

«Modefans» seien jene Leute, die jedem aktuellen Trend hinterherrennen und das in den Sozialen Medien zeigen müssen. Auch er selber würde sich zum Teil als solcher bezeichnen. «Ich liebe Essen, ob selber gekocht oder im Restaurant. Das teile ich gerne mit den Leuten. So kam ich auf mein Songthema», so der 29-Jährige. 

Der neue Track des Winterthurer Rappers Chey: 
(Quelle: Youtube)

Rap: Frauenfeindlich oder nicht? 
Dass man eben jedes Thema ansprechen kann, würde Chey am Rap faszinieren. «Jede Bandbreite kann abgedeckt werden. Von selbstkritischen Texten bis hin zum Battlerap ist alles möglich.»

Auch Provokation gehört dazu. Als Erinnerung: Für den Song «Ave Maria» von dem deutschen Rap-Duo Kollegah und Farid Bang  hagelte es heftige Kritik, der Text sei frauenfeindlich und sexistisch. Eine Reaktion, die der Winterthurer zum Teil verstehen könne. «Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Kunst alles darf. Ich bin aber froh, entscheide ich nicht darüber, ob das Lied auf einem Radiosender läuft oder nicht.»

Er könne die Aussagen hinter einem solchen Lied nicht unterstützen – das gelte aber durchaus auch für anderssprachige Musik. «Die Sprache ist in dem Sinne ein Problem, weil sie in Deutschland oder der Schweiz jeder versteht. Englischer Rap hinterfragt niemand, obwohl auch diese Texte zum Teil sexistisch oder frauenfeindlich sind. Das sorgt bei  mir für Unverständnis.» 

Begeisterung statt Provokation
Chey möchte mit seinen Texten und Beats nicht provozieren, sondern für Begeisterung sorgen. «Mein Sound soll Freude machen und gute Vibes verbreiten.» Im Moment arbeitet der Winterthurer an einem Sommersong, der zum grossen Teil schon fertig ist.

Zusätzlich ist Chey auch Mitglied der Winterthurer Rap-Crew Randnotiz. «Dort planen wir auch einen Release. Die Projekte von Randnotiz und Chey sollten sich nicht überschneiden.»

Er hoffe, durch die verschiedenen Arbeiten auch sein Netzwerk in der Schweizer Rap-Szene vergrössern zu können. «Es wäre geil, noch mehr in diese Community reinzukommen.  Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten inspiriert mich», so der Winterthurer. 

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