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Ein Schulpräsident, der kein Schulhaus betreten darf?

Die amtierende Schulpräsidentin Rosmarie Quadranti (BDP) übt scharfe Kritik am parteilosen Peter Schnetzler, der für das Schulpräsidium kandidiert. Man habe eine Zusammenarbeit mit ihm wegen anzüglichem und diskriminierendem Verhalten beenden müssen.

Das Primarschulhaus Zentral in Volketswil: Sperrzone für Peter Schnetzler? (Archivfoto: Nathalie Guinand), Die drei Kandidaten für das Schulpräsidium: Yves Krismer, Sabine Wegmann und Peter Schnetzler (von links). (Fotos: PD), Rosmarie Quadranti bei einer Ansprache im Frauenhaus Zürcher Oberland. (Archivfoto: Nick Soland)

Ein Schulpräsident, der kein Schulhaus betreten darf?

Er wollte gemäss eigenen Aussagen den «Wahlkampf aufmischen». Dieses Ziel hat Peter Schnetzler, der sich am 15. April zur Wahl als neuer Schulpflegepräsident stellt, bereits erreicht. Während die beiden anderen Kandidaten Yves Krismer (FDP) und Sabine Wegmann (parteilos) ihre Motivation betonen, wie sie die Volketswiler Schulen voranbringen wollen, schlägt der 75-jährige Schnetzler einen anderen Ton an: Er kritisiert die Qualität sowohl von Lehrern als auch von Behörden, bezeichnet seine Kandidatur als «Trotzreaktion» (wir berichteten). 

Anzügliche Bemerkungen

Nun meldet sich die amtierende Schulpräsidentin Rosmarie Quadranti (BDP) zu Wort. «Bestimmte Aussagen von Peter Schnetzler dürfen nicht unwidersprochen bleiben und müssen im Namen der Schule richtiggestellt werden», sagt sie. So sei es nicht richtig, dass Peter Schnetzler ehrenamtlicher Hilfslehrer war, wie er es angegeben hatte. «Diese Funktion gibt es gar nicht», sagt Quadranti. Korrekt sei er für einige Zeit als Schulsenior ehrenamtlich in den Schulen tätig gewesen, unterstützte also die Lehrer in ihrem Alltag. «Wir untersagten Herrn Schnetzler dann aber diese Tätigkeit, weil Reklamationen eingingen.»

«Ein solches Verhalten wird nicht geduldet.»

Rosmarie Quadranti, Schulpräsidentin

Die Vorwürfe: Schülerinnen fühlten sich durch Schnetzlers Blicke auf ihre Oberweite und anzügliche Bemerkungen belästigt. Die Schulleitung habe entsprechende Meldungen von Familien erhalten. «Auch diskriminierte er Lehrerinnen durch abschätzige Bemerkungen», sagt Quadranti weiter. «Er mischte sich in den Unterricht auf unzulässige Weise ein und beschimpfte die Qualität des Unterrichts und der Lehrpersonen, wenn sie nicht seinem Bild von gutem Unterricht oder einer guten Lehrerin entsprachen – auch vor Schülerinnen und Schülern.» 

Das sei im Jahr 2010 gewesen. Aufgrund der Vorkommnisse habe man sich entschieden, die Zusammenarbeit mit Peter Schnetzler zu beenden. «Wir haben klar kommuniziert, dass ein solches Verhalten und ein solcher Umgangston nicht geduldet wird», sagt Quadranti. «Wäre es zu weiteren Vorfällen gekommen, hätten wir ihm ein Arealverbot für alle Volketswiler Schulen ausgesprochen. Das haben wir ihm auch so gesagt.»  

«Von Schülern geschätzt»

Mit den Vorwürfen konfrontiert, verteidigt sich Peter Schnetzler. Zwar habe er einst eine Schülerin auf ihre Oberweite angesprochen, aber nicht, um sie anzumachen. «Ich habe der jungen Frau gesagt, dass sie sich anständig anziehen soll», sagt er. Die Kleidung der Schülerin sei weder passend für ihr Alter noch den Schulalltag gewesen. «Das war aber ein Einzelfall.» Er sei von den Schülern geschätzt und sogar von Familien nach Hause eingeladen worden, um Nachhilfe zu geben. «Das kam manchen wohl in den falschen Hals.»

«Wenn man mir dann blöd kommt, schlage ich halt verbal zurück.»

Peter Schnetzler, Kandidat für das Schulpräsidium

Dass er zum Teil einen zu harschen Ton gegenüber den Lehrern angeschlagen hatte, gibt er zu. «Von der Mittelstufenklasse, die ich begleitet habe, schaffte es nur ein Schüler in die Sek A», sagt er. Das zeige die mangelnde Qualität der Lehrer in Volketswil. «Und das habe ich dem Lehrer auch so gesagt. Wenn man mir dann blöd kommt, schlage ich halt verbal zurück.» 

Rosmarie Quadrantis Richtigstellung, er sei Schulsenior und nicht Hilfslehrer gewesen, findet er überflüssig. «Auf das kommt es doch nicht an.» Sowieso scheinen er und die Schulbehörden verschiedene Auffassungen davon zu haben, was wichtig ist und was sich genau in der Vergangenheit abgespielt hat. Das angedrohte Arealverbot ist in Schnetzlers Augen nämlich tatsächlich ausgesprochen worden. Trotzdem kandidiere er für das Schulpräsidium: «Es gibt keine Beweise dafür, dass ich einen Fehler gemacht habe.»

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