Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

Dunkle Töne zum Tag der Liebe

Am Valentinstag spielt der Musiker Fabe Vega mit seiner Band im Gemeinschafszentrum In der Au. Speziell daran: Das Konzert findet in kompletter Finsternis statt.

Singer-Songwriter Fabe Vega kommt ursprünglich aus dem Appenzellerland und singt in Volketswil zum ersten Mal im Dunkeln. (Foto: PD)

Dunkle Töne zum Tag der Liebe

Am Mittwoch werden Sie zum ersten Mal ein Konzert im Dunkeln geben – ist ein erfahrener Musiker noch nervös, einen falschen Ton auf der Gitarre zu treffen?

Fabe Vega: Eher gespannt als nervös. Falsche Töne treffe ich selbst wenn ich etwas sehe ab und zu (lacht). Ich bereite mich natürlich gut auf das Konzert vor und habe mentale Sicherheiten eingebaut, sodass ich keine Angst vor dem Versagen haben muss, sondern selber auch dieses spezielle Erlebnis erspüren und gestalten kann. 

Abgesehen von den Griffen, was ist für Sie die Herausforderung bei einem solchen Konzert?

Ich habe den Ruf, mein Publikum schon rein durch meine Energie auf der Bühne mitzureissen. Wenn das Visuelle wegfällt, werde ich diese Begeisterung um so mehr über die Musik zu kommunizieren versuchen. Ausserdem fällt die visuelle Kommunikation mit meinen Musikern weg, was die grösste Herausforderung darstellen wird. Zwar sind wir sehr eingespielt, wir spielen aber selten einen Song zweimal genau gleich. Mittlerweile haben sich einige Zeichen eingebürgert, mit denen wir angeben, in welche Richtung der Song gehen soll. Mir ist wichtig, das Potenzial dieser ausserordentlichen Situation auszuschöpfen und ich will auch an diesem Konzert den Songs eine gewisse Offenheit geben. Darum wird es viel Gespür brauchen, das Set gemeinsam zu gestalten.

Inwiefern stimmen Sie die Setlist auf den Valentinstag ab? 

Ich singe nur wenige Lieder, bei denen es um Liebe geht, und jene sind weit entfernt von klassischen Lovesongs. Die Songs werden vor allem auf das intime, spezielle und intensive Erlebnis im Dunkeln mit dem Fokus auf die Musik abgestimmt sein, wobei auch die Texte bedeutungsvoll sind.

Auf was freuen Sie sich an diesem speziellen Konzert?

Auf die Intensität, die im Dunklen entstehen kann. Einerseits für mich und die Musiker, weil wir uns voll auf die Musik einlassen können und uns keine Gedanken machen, wie unsere Grimassen beim Singen wohl aussehen oder ob die beiden in der ersten Reihe gerade wegen uns lachen. Dasselbe gilt fürs Publikum: Wenn man ein Konzert hört und geniesst, schliesst man gerne die Augen, weil die Musik dann klarer und intensiver wird. Ebenso kann es einengend sein, wenn man sich zu der Musik bewegt oder mitklatscht und dabei das Gefühl hat, angeschaut zu werden. Die Dunkelheit kann befreiend wirken. 

Wie entstand die Idee, ein Konzert in der Dunkelheit durchzuführen?

Wir haben einfach eine Lösung gesucht, bei der nicht auffällt, dass wir uns die teure Lightshow nicht leisten können (lacht). Nein, die Idee entstand bei der einen oder anderen Konzertsituation, die ich vorher beschrieben habe. Gemeinsam mit dem Management dachten wir uns, es wäre schön, ein Konzert zu machen, bei dem es nur um die Musik geht. Wir werden natürlich darauf achten, dass wir mit der Wahl der Songs, der Länge der Sets, den Ansagen und dem Erspüren der Stimmung kein Unwohlsein generieren oder dann potenzielles Unwohlsein neutralisieren. Jeder hat persönliche Erfahrungen und Ängste im Dunkeln, darum werden natürlich alle Besucher informiert, was sie tun können, sollten sie von der Dunkelheit genug haben. Die Volketswiler gehören zu den ersten unter den Mutigen, die dieses spannende Projekt ausprobieren wollten, als wir sie anfragten. 

Ist es nicht auch etwas schade, dass das Publikum Sie nicht sehen kann?

Das bin ich gespannt herauszufinden und darum soll es ja gerade gehen. Das Feedback der Besucher interessiert mich dabei aber sehr. Sollte jemand derart vermissen, dass man uns auch sieht, gibt es glücklicherweise noch jede Menge Konzerte in Zukunft, bei denen man das kann. Dieses Mal nehmen wir dem Publikum einfach die Entscheidung ab, ob man die Augen schliessen und sich frei treiben lassen möchte. 

Das Konzert findet am Mittwoch, 14. Februar, um 20 Uhr im Gemeindezentrum In der Au in Volketswil statt. Im Eintrittspreis von 30 Franken ist ein Welcome-Drink inklusive. 

Klänge im Dunkeln auch in Dübendorf

Am Freitag, 9. Februar, finden in der Oberen Mühle Dübendorf ebenfalls zwei Konzerte im Dunkeln statt. Um 18 und 20.30 Uhr treten Sandro Schneebeli und Max Pizio mit verschiedenen Instrumenten und Melodien aus allen Kontinenten auf. Weitere Informationen unter www.oberemuehle.ch

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns