Politik

Der Alltag hinter dem Bar-Tresen

Benji Leuthold und Roman Surber sind Barkeeper im Lokal Kraftfeld. Durch ihre Arbeit haben die Winterthurer schon viele schräge Geschichten erlebt. So machte ein Gast während einer Party Wäsche.

Der Alltag hinter dem Bar-Tresen

Freitagabend, 17 Uhr. Während sich einige auf den Weg nach Hause oder zum Feierabendbier machen, beginnt für Roman Surber und Benji Leuthold ihr Arbeitseinsatz. Die beiden Winterthurer sind Barkeeper im Kraftfeld auf dem Lagerplatz.

Der 26-jährige Benji Leuthold ist seit gut einem Jahr dabei, sein 29-jähriger Kollege seit mehr als fünf Jahren. «Die Arbeit im Kraftfeld ist längst mehr als ein Job von uns. Sie wurde zur Leidenschaft», sagt Benji Leuthold.
 
Alkohol löst Hemmungen
Im Nachtleben tätig zu sein, bringe aber auch einige Herausforderungen mit sich. «Der Schlafrhythmus gerät zumindest am Anfang ziemlich durcheinander. Ausserdem muss man lernen, wie man mit verschiedenen Gästen umgeht. Vor allem dann, wenn auch mal Alkohol im Spiel ist», erzählt Roman Surber.

Es sei zum Beispiel schon vorgekommen, dass sich Gäste trotz Aufforderung weigerten, das Lokal zu verlassen. «Die Situation muss gut eingeschätzt werden. Alkohol nimmt den Menschen die Hemmungen, manche werden aber auch schneller aggressiv. Das bemerkt man als Barkeeper ziemlich schnell», berichtet Benji Leuthold.

Zum Glück kämen solche Situationen sehr selten vor. «Unsere Gäste sind eigentlich sehr friedlich und locker.»

«Eine Frau wollte mir für einen Drink ihre Brüste zeigen.» – Benji Leuthold, Barkeeper im Kraftfeld

Ein skurriles Angebot
Die beiden Barkeeper sind konzentriert bei der Arbeit, während die Gäste zusehends in Feierlaune kommen. Zu fortgeschrittener Stunde könne das schon mal zu skurrilen Anekdoten führen.

Eine solche lieferte eine Frau, die kein Geld mehr hatte für einen Drink. «Es war gegen vier Uhr morgens, kurz vor Schluss. Die Dame wollte unbedingt noch einen Drink, konnte diesen aber nicht bezahlen. Sie bot mir an, ihre Brüste zu zeigen, wenn ich ihr einen ausgebe», erinnert sich Benji Leuthold.

Er habe natürlich abgelehnt und der Frau geraten, sich lieber an einen ihrer Freunde zu wenden und ihn nach Geld zu fragen. 

«Ah, die Wäsche ist Fertig» 
Auch Roman Surber kann sich gut an eine spezielle Geschichte erinnern. Im Kraftfeld steht die Waschmaschine des Lokals im Gäste-WC. Um diese zu nutzen, müssen Strom und Wasser eingeschaltet und der Abwasserschlauch der Maschine in den Abfluss gelegt werden.

Eines Abends kam ein Gast zu mir, der sich über den steigenden Wasserpegel im WC beschwerte. Ich schaute nach und merkte, dass jemand die Waschmaschine eingeschaltet hatte, ohne den Abwasserschlauch richtig zu verlegen. Im ersten Moment war ich ziemlich verärgert», erzählt der 29-Jährige.

Der angeheiterte Gast habe es wahrscheinlich gut gemeint und wollte einen Gefallen tun, indem er die mit Wäsche gefüllte Maschine einschaltete. «Als wir beim Putzen waren, kam er hinzu und meinte fröhlich ‹Ah, die Wäsche ist fertig. Soll ich sie noch aufhängen?› Wir lachten und sagten ihm, er solle lieber zurück zur Party gehen», so Roman Surber. 

 

Benji Leuthold beweist seine Mix-Künste: 

Der bewusste Umgang mit Alkohol
Solche und andere schräge Erlebnisse würden das Leben hinter dem Bartresen sehr aufregend gestalten. «Es gibt einige Geschichten, über die wir heute noch alle lachen», erzählt Benji Leuthold.

Die positiven Seiten der Arbeit im Nachtleben würden die negativen definitiv überwiegen. «Ich habe durch den Job hinter der Bar einen bewussteren Umgang mit Alkohol entwickelt», meint Roman Surber schmunzelnd. 

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