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Pfusch am Volketswiler Gemeindehaus

Im April 2014 bezog die Volketswiler Verwaltung ihr neues Domizil. Doch noch immer konnte der Neubau nicht abgerechnet werden. Denn die über 170 Baumängel sind nicht alle behoben - erst einmal muss es wieder richtig kalt werden.

Das neue Gemeindehaus in Volketswil. (Archivfoto: Nathalie Guinand), So sah das Gemeindehaus im Rohbau aus. (Archivfoto: Beatrice Zogg), Einblick in das neue Gemeindehaus beim Bezug im Frühling 2014. (Archivfoto: Markus Zürcher), Gemeindeschreiber Beat Grob (rechts) und der damalige Gemeindepräsident Bruno Walliser beim Einzug ins Gemeindehaus im Frühling 2014. (Archivfoto: Markus Zürcher)

Pfusch am Volketswiler Gemeindehaus

«Hätten wir mit dem Bezug des neuen Gemeindehauses gewartet, bis alle Mängel behoben sind, wären wir heute noch nicht eingezogen», sagt Beat Grob, Gemeindeschreiber von Volketswil. Die Mängelbehebung des Gemeindehauses, das im März 2014 fertig gebaut wurde, stellt sich als zeitintensiver heraus, als gedacht – und das obwohl bei der Abnahme und dem Bezug im April 2014 die über 170 Mängel bereits bekannt waren.

Der Bau des neuen Gemeindehauses wurde mittels Totalunternehmer-Werkvertrag vergeben. Mit diesem Vertrag übertrug die Gemeinde dem Totalunternehmer die Planung und die schlüsselfertige Ausführung. Trotz intensiver Begleitung durch die Baukommission, einem Bauherrenvertreter und der Projektgruppe konnte die Gemeinde aber bei vielen wichtigen Ausführungsfragen während des Baus nicht wie erwartet aktiv mitentscheiden. «Manche Mängel sind wohl auf diese fehlende Mitsprache zurückzuführen», sagt Beat Grob. 

Zu kalte Räume 

So etwa die ungenügende Heizleistung der Wärmepumpe. Diese musste bereits zu Lasten des Unternehmers ausgewechselt werden, da im Winter die Gemeindeangestellten über zu niedrigere Temperaturen klagten. «Nun müssen wir überprüfen, ob die neue Wärmepumpe die Anforderungen erfüllt», sagt Grob.

Doch dafür muss es erst einmal richtig kalt werden. «Wir brauchen Aussentemperaturen von minus 8 Grad Celsius – die gab es diesen Winter noch nicht.» Zudem darf der Raum, in dem die Messungen stattfinden, nicht durch Menschen oder Computer erwärmt werden. «Das beeinflusst dann auch das Tagesgeschäft, wenn gewisse Räume nicht benutzt werden dürfen», sagt Grob. 

Weitere Mängel waren unter anderem ungenügend warmes Wasser in den oberen Stockwerken, fleckiger und schadhafter Kunststeinboden, Bodenrisse und Wassereintritt in der Tiefgarage, Schallprobleme, das Beleuchtungskonzept, Verputzarbeiten oder Türgläser, die den Brandschutznormen nicht entsprachen und ausgewechselt werden mussten. 

«Es ist mit einer Überschreitung des Baubudgets zu rechnen.» – Beat Grob, Gemeindeschreiber

Die meisten Mängel aus der Abnahme sowie der Zweijahresgarantie seien mittlerweile behoben worden – sei dies durch Nachbesserungen, Garantieverlängerungen oder indem man die Preise senkte. «Wir mussten in mehreren Fällen zeitintensive und teure Gutachten erstellen lassen, um die Mängel rechtlich beweisen und deren Behebung durchsetzen zu können», sagt der Gemeindeschreiber. Seit längerer Zeit sind auf beiden Seiten sogar Rechtsanwälte eingeschaltet.

Unbekannte Mehrkosten

Aufgrund dieser Situation konnte die Bauabrechnung über das neue Gemeindehaus bis heute nicht abgeschlossen werden. «Die Mängelbearbeitung und all ihre Folgekosten werden die Bauabrechnung zusätzlich belasten, und es ist mit einer Überschreitung des Baubudgets, das 34,5 Millionen Franken beträgt, zu rechnen», sagt Beat Grob. Einen Rahmen, in dem sich die Mehrkosten bewegen, will er aber noch nicht nennen.

«Durch die Mängelbehebungen wurde zum Teil auch ein Mehrwert erschaffen, der nun in die sowieso schon komplizierte Rechnung miteinfliessen wird.» Ziel sei es, die gesamte Bauabrechnung im Laufe dieses Jahres fertig zu stellen und anschliessend dem Gemeinderat sowie der Gemeindeversammlung zur Abnahme vorzulegen.

 

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