Mit einem Bleistift zeichnet Beatrice Meili zuerst ein Quadrat auf ein kleines Stück Papier. Dieses füllt sie mit schwarzen, geometrischen Formen, geschwungenen Linien und malt die dadurch entstandenen Formen teilweise aus. Zentangle – eine Zeichentechnik mit entspannender Wirkung – ist seit fünf Jahren fester Bestandteil ihres Lebens. «Es gibt selten einen Tag, an dem ich nicht zeichne», sagt die Volketswilerin.
Beatrice Meili war schon immer kreativ tätig, zuerst mit Acrylmalen, dann mit Filz, bis sie per Zufall zum «Zentanglen» kam. Der Begriff setzt sich aus dem Wort «Zen», dem Zustand meditativer Versenkung, und «tangle», was so viel wie Gewirr oder Verschlingung bedeutet, zusammen. Dieses bezieht sich auf die vielen verschiedenen Muster, die durch Wiederholungen auf die weissen Kacheln gebracht werden.
Fehler als Ideen
«In der heutigen Gesellschaft sind wir darauf fokussiert, möglichst keine Fehler zu machen», sagt die Künstlerin. «Beim ‹tanglen› können wir üben und uns davon lösen.» Vermeintliche Fehler führen dabei oft zu neuen Ideen. Gewisse Grundsätze gebe es aber. So benutzt sie nur speziell in Italien hergestelltes Papier für ihre Zeichnungen. «Dieses ist rau und zwingt den Zeichner fast dazu, langsam zu arbeiten.» Gezeichnet wird nur mit einem schwarzen Tuschstift. Das einfache Prinzip von weiss und schwarz soll beim Entspannen helfen.
Ab Freitag, 19. Januar, sind ausgewählte Zentangles von Beatrice Meili im Gemeinschaftszentrum In der Au ausgestellt. Manche sind dezent mit einer Farbe koloriert. Das sei dann aber nicht mehr «richtiges» zentanglen nur mit schwarz. «Ich vertrete eigentlich die Zentangle-Grundzüge, die von den Gründern vorgegeben wurden», sagt sie. «Sonst rutscht es ins gewöhnliche Skizzieren oder Kritzeln ab.»

