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«Wie Yoga für das Hirn»

Ab morgen Freitag, 19. Januar, stellt die Volketswilerin Beatrice Meili ihre Zentangle-Bilder im Gemeinschaftszentrum In der Au aus. Sie ist eine von wenigen Lehrerinnen, die in der Schweiz Kurse in dieser Zeichentechnik geben.

Die runde Version der Zentangles wird Zendala genannt. Im Skizzenbuch übt Beatrice Meili ständig. (Foto: Lea Chiapolini)

«Wie Yoga für das Hirn»

Mit einem Bleistift zeichnet Beatrice Meili zuerst ein Quadrat auf ein kleines Stück Papier. Dieses füllt sie mit schwarzen, geometrischen Formen, geschwungenen Linien und malt die dadurch entstandenen Formen teilweise aus. Zentangle – eine Zeichentechnik mit entspannender Wirkung – ist seit fünf Jahren fester Bestandteil ihres Lebens. «Es gibt selten einen Tag, an dem ich nicht zeichne», sagt die Volketswilerin.

Beatrice Meili war schon immer kreativ tätig, zuerst mit Acrylmalen, dann mit Filz, bis sie per Zufall zum «Zentanglen» kam. Der Begriff setzt sich aus dem Wort «Zen», dem Zustand meditativer Versenkung, und «tangle», was so viel wie Gewirr oder Verschlingung bedeutet, zusammen. Dieses bezieht sich auf die vielen verschiedenen Muster, die durch Wiederholungen auf die weissen Kacheln gebracht werden. 

Fehler als Ideen

«In der heutigen Gesellschaft sind wir darauf fokussiert, möglichst keine Fehler zu machen», sagt die Künstlerin. «Beim ‹tanglen› können wir üben und uns davon lösen.» Vermeintliche Fehler führen dabei oft zu neuen Ideen. Gewisse Grundsätze gebe es aber. So benutzt sie nur speziell in Italien hergestelltes Papier für ihre Zeichnungen. «Dieses ist rau und zwingt den Zeichner fast dazu, langsam zu arbeiten.» Gezeichnet wird nur mit einem schwarzen Tuschstift. Das einfache Prinzip von weiss und schwarz soll beim Entspannen helfen.

Ab Freitag, 19. Januar, sind ausgewählte Zentangles von Beatrice Meili im Gemeinschaftszentrum In der Au ausgestellt. Manche sind dezent mit einer Farbe koloriert. Das sei dann aber nicht mehr «richtiges» zentanglen nur mit schwarz. «Ich vertrete eigentlich die Zentangle-Grundzüge, die von den Gründern vorgegeben wurden», sagt sie. «Sonst rutscht es ins gewöhnliche Skizzieren oder Kritzeln ab.»

Ein Tutorial der Zentangle-Gründer Maria Thomas und Rick Roberts. (Quelle: Youtube)

Bei den Gründern, Maria Thomas und Rick Roberts, absolvierte sie vor einem Jahr die Ausbildung zur Zentangle-Lehrerin in den USA. Weltweit gibt es rund 3000 zertifizierte Lehrerinnen und Lehrer. In der Schweiz ist Beatrice Meili eine von momentan 17 ausgebildeten Zentangle-Lehrerinnen.
Noch immer habe das Zeichnen eine entspannende Wirkung auf sie. «Das hat nichts mit Esoterik zu tun», betont sie. «Wenn man sich dem Zeichnen hingibt, kommt man in einen Flow – dieser kann Stunden dauern!» So werde Zentangle auch in Spitälern bei Dialyse-Patienten angewendet, um ihnen die Behandlung erträglicher zu machen. «Das ist wie Yoga für das Hirn.»

Überall Muster

Oftmals seien Anfänger aber zunächst von den Mustern abgeschreckt. «Mit der Übung kommt alles», sagt Beatrice Meili. Und nicht allen würden die gleichen Muster liegen, manchen gefalle es eckiger besser, anderen rund. «Inspiration einholen ist immer erlaubt», sagt sie. «Wer nicht weiss, wie anfangen, kann sich einfach die Umgebung ansehen: Überall sind Muster zu finden. Und dann muss man nur noch anfangen.»

Ab dem 6. März gibt Beatrice Meili einen vierteiligen Zentangle-Kurs, der jeweils am Dienstag von 9 bis 12 Uhr stattfindet. Anmelden kann man sich via gemzen@volketswil.ch oder via Website www.volketswil.ch/kursprogramm. Kosten: 240 Franken plus 20 Franken Material.

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