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Im «Sporrer» haben die Lernenden das Sagen

Für einen Monat übernehmen die fünf Lernenden das Restaurant Sporrer in Winterthur. Sie sollen so ein Gespür für die Verantwortung und Aufgaben nach der Lehre erhalten.

Die fünf Mädchen (hier mit Jenny Lienhard in der Mitte) sollen so lernen, Verantwortung für einen Gastronomiebetrieb zu übernehmen. (Foto: pd.), Alexandra Berger (v.l), Tina Zahner, Fabienne Maurus und Celina Bachofner leiten mit der fehlenden Jenny Lienhard das Restaurant Sporrer. (Foto: Talina Steinmetz), Tina Zahner (l.) ist Köchin im ersten Lehrjahr, Celina Bachofner im dritten. Die beiden Mädchen unterstützen sich gegenseitig. (Foto: Talina Steinmetz), Die angehenden Restaurationsfachfrauen Alexandra Berger (l.) und Fabienne Maurus sind für den Service im Restaurant zuständig. (Foto: Talina Steinmetz)

Im «Sporrer» haben die Lernenden das Sagen

Das Restaurant Sporrer in Winterthur befindet sich seit dem 10. Januar in den Händen der Lernenden. Im Rahmen des jährlich stattfindenden Lehrlingsmonats hat der Gastronom und Eigentümer Emanuel Bosshart die Verantwortung über das gesamte Restaurant seinen fünf Lehrtöchtern übergeben.

Alexandra Berger und Fabienne Maurus machen die Lehre als Restaurationsfachfrauen, Tina Zahner, Celina Bachofner und Jenny Lienhard als Köchinnen. Das Projekt soll helfen, einen ersten Einblick in das Gastronomieleben nach der Lehre zu erhalten.

Emanuel Bosshart führt aus: «Es ist für die Lernenden ein wichtiger Schritt, grosse Verantwortung übernehmen zu können. Es ist deshalb von Vorteil, wenn sie schon früh damit konfrontiert werden.» 

«Es ist cool, dem eigenen Chef Befehle geben zu dürfen». -Celina Bachofner, Köchin im dritten Lehrjahr.

Ein ungewohnter Rollentausch
Die angehende Köchin Tina Zahner ist seit Sommer 2017 in der Lehre, für sie ist es der erste Lehrlingsmonat. «Zu Beginn war ich nervös und auch verunsichert, ob ich dieser Aufgabe wirklich gewachsen bin. Zum Glück habe ich mich aber schnell eingelebt», erzählt die 16-Jährige. 

Grundsätzlich sei es für die fünf jungen Damen nicht ganz einfach gewesen, die Chefposition einzunehmen. Fabienne Maurus, angehende Restaurationsfachfrau, erzählt: «Plötzlich liegen alle Aufgaben, ob in der Küche oder beim Service, bei uns. Wir dürfen das weitere Personal dirigieren. Zu Beginn ist das ziemlich ungewohnt und braucht auch etwas Mut.»

Das kann auch Celina Bachofner, Köchin im dritten Lehrjahr, bestätigen: «Man muss sich daran gewöhnen, dem eigenen Chef Befehle erteilen zu können. Traut man sich, ist es ziemlich cool.»

Wenn der Mut zur Delegation fehlt
Wie Emanuel Bosshart erzählt, würde es den Mädchen manchmal an genau diesem Mut noch fehlen.  «Sie scheuen davor, Aufgaben zu delegieren und an uns abzugeben. Ansonsten finden sie sich ziemlich gut in ihrer Rolle zurecht. Es macht mich stolz zu sehen, dass sie aus ihren Fehlern lernen», so der Eigentümer.

Ein solcher Fehler war zum Beispiel das Vergessen einer Reservierung. Alexandra Berger erzählt: «Das Restaurant war voll. Plötzlich kamen Gäste, die ihren reservierten Tisch in Anspruch nehmen wollten – leider ist diese Reservierung aber untergegangen.»

In solchen Momenten müssten sie schnell, aber professionell handeln. «Zum Glück konnten wir dann einen Tisch von draussen holen und die Gäste an jenem platzieren», fügt die 17-Jährige an. 

Gut für die Zukunft
Missgeschicke wie diese würden den Mädchen aber aufzeigen, welche Verantwortung die Leitung eines Restaurants mit sich bringe. «Wir erhalten laufend Feedback von unseren Chefs und können in diesem Lehrlingsmonat viel für die Zukunft lernen.  Eine solche Möglichkeit erhalten nicht alle Gastronomielehrlinge», weiss Fabienne Maurus. 

 

Lehrlingsmonat im Restaurant Sporrer, noch bis am Sonntag, 4. Februar. Restaurant Sporrer, Im Sporrer 1, 8408 Winterthur. www.sporrer.ch

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