Viel Schalk und eine Prise Wehmut
Seit es das Fällander Waldhuus gibt, gehört das Dreikönigstreffen zu den Fällander Dorftraditionen. Zum 31. Mal traten am Samstag die Präsidenten des Fällander Dorfvereins, des Ortsvereins Pfaffhausen und des Ortsverein Benglen als Könige auf. Sie nahmen sich in pointierten Reden gegenseitig verbal auf die Schippe und zelebrierten auch mit einer gesunden Portion Selbstironie den Zusammenhalt in der Gemeinde.
An die 100 Gäste amüsierten sich etwa, als Pfaffhausens «Königin» Christine Mäder ihrem Fällander Amtskollegen Max Zogg ein Stück der Schulwiese überreichte, die vor der Abstimmung über den Neubau des Schulhauses Lätten für Diskussionen gesorgt hatte. Sie nickten zustimmend, als Mäder sagte, wenn sie an die Kirche denke, werde ihr «gschmuech und schlächt». Das Chaos in der reformierten Kirche war mehrfach Thema, aber auch das rauhe politische Klima in der Gemeinde wurde aufs Korn genommen.
Pfaffhauser Thron bald vakant
Doch der Anlass hatte dieses Mal auch einen wehmütigen Beigeschmack. Weil Mäder als Präsidentin des Ortsvereins Pfaffhausen zurücktritt, keine Nachfolge in Sicht ist und damit auch unklar ist, wie es mit dem Verein weitergeht, gibt es in der Gemeinde wohl bald nur noch zwei Könige. Gut möglich deshalb, dass der Anlass heuer zum letzten Mal stattfand. Dazu passte, dass die Reden von einem Trio der Musikgesellschaft Fällanden umrahmt wurde wie ein Begräbnis in New Orleans – erst mit einem Klagelied, dann mit einer schnellen Jazz-Nummer.
Am Ende gab es für alle Königskuchen und für jeden eine Krone – in der Hoffnung, es sei unter all diesen Königen auch ein Nachfolger für die abtretende Christine Mäder zu finden. (fbo)

