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Dreifacher Angriff aufs Präsidium

Nicht nur für die Politische Gemeinde, auch für die Schulgemeinde stehen im April Kampfwahlen an. Dabei haben sich sowohl für die Schulpflege als auch für deren Präsidium weitaus mehr Kandidaten gemeldet, als Plätze zu vergeben sind.

Die drei Kandidaten für das Schulpräsidium: Yves Krismer, Sabine Wegmann und Peter Schnetzler. (Fotos: PD)

Dreifacher Angriff aufs Präsidium

Im Dezember gab Rosmarie Quadranti (BDP) bekannt, dass sie nicht für eine erneute Amtszeit als Volketswiler Schulpräsidentin kandidieren werde (wir berichteten). Nun stehen die potenziellen Nachfolger bereit – und es sind nicht wenige: Sowohl der bisherige Schulpfleger und Finanzvorstand Yves Krismer (FDP) als auch die beiden neuen, parteilosen Kandidaten Peter Schnetzler und Sabine Wegmann wollen die amtierende Schulpräsidentin beerben. 

Vorwürfe an Kollegen

Die Kandidatur von Krismer sei es gewesen, die für Quadranti den Ausschlag für ihren Entscheid gegeben habe, nicht mehr zur Wahl anzutreten. Dies teilte sie im Dezember überraschend mit. Dabei schoss sie sowohl gegen ihren Schulpflegekollegen Walter Eicher (SVP) als auch gegen den neuen FDP-Kandidaten Krismer. Nachdem Eicher 2010 gegen Quadranti bei der Wahl des Präsidiums unterlag, habe die Zusammenarbeit in den folgenden Legislaturen nicht mehr funktioniert. Bereits der Wahlkampf sei geprägt gewesen von persönlichen Angriffen, sagte Quadranti im Dezember. Eine Wiederholung der Geschichte befürchte sie mit Yves Krismer und verzichte darum auf eine erneute Kandidatur nach 16 Jahren als Schulpflegepräsidentin. 

Der erfahrene FPD-Mann

Ende Dezember wollte sich Krismer noch nicht zu Quadrantis Aussagen äussern. Auch jetzt hält er sich zurück. «Das Wichtigste ist, dass das Gremium funktioniert, und das tut es», sagt er auf Anfrage. Eine Diskussion über die vergangenen Geschehnisse hält er für unnötig, will lieber nach vorne schauen. «Ich bin seit vier Jahren Finanzvorstand und möchte auch in Zukunft die Herausforderungen der steigenden Schülerzahlen, des Lehrermangels und der Schulraumsituation anpacken», sagt er. Mit seiner Kandidatur hätte er und die FDP eine Alternative zur langjährigen Schulpräsidentin bieten wollen. «Dass sie auf eine erneute Kandidatur verzichtet, hat mich eher überrascht», sagt Krismer. 

«Als Bisheriger ist die Wahl noch nicht gewonnen» – Yves Krismer

Dass die beiden anderen Kandidaten, Peter Schnetzler und Sabine Wegmann, noch keine Erfahrung in der Schulpflege haben, sieht Krismer zwar als Vorteil für sich. Aber: «Damit ist die Wahl noch nicht gewonnen. Ich werde trotzdem meinen Wahlkampf lancieren und viele Personen an die Urnen mobilisieren.» Nicht nur ist der Familienvater und Betriebsökonom Krismer der einzige Kandidat mit Behördenerfahrung, er startet auch als einziger mit einer Partei im Rücken in den Wahlkampf. 

Die engagierte Familienfrau

Bereit, anzupacken ist auch Sabine Wegmann. Nach ihrer Familienzeit wolle sie in der Schulpflege eine neue Herausforderung annehmen. «Ich bin im offenen Frauenpodium Volketswil aktiv. Dieses unterstützt meine Kandidatur, das ist wichtig.» Von Anfang an das Präsidium zu besetzen, traue sie sich absolut zu. «Ich habe in meinem Leben gelernt, mich durchzusetzen», sagt Wegmann. «Etwa im Bauingenieur-Studium, als ich die einzige Frau war.» 

«Ich will nicht politik- sondern sachbezogen arbeiten» – Sabine Wegmann

Während der Schulzeit ihrer Kinder, die mittlerweile aus dem Schulalter sind, habe sie sich intensiv mit Pädagogik auseinandergesetzt. «Mein Fokus als Präsidentin liegt auf der Weiterentwicklung der guten Schule Volketswil in allen Bereichen, so etwa Lehrplan21, Intergration oder Sonderpädagogik.» Zudem bläst sie ins gleiche Horn wie Rosmarie Quadranti, mit der sie sich gemeinsam im Frauenpodium engagiert: Die Zusammenarbeit der Behördenmitglieder müsse durch eine offene und ehrliche Kommunikation verbessert werden. «Darum gehöre ich keiner Partei an. Ich will nicht politik- sondern sachbezogen arbeiten.» Auch habe sie mit ihrem beruflichen Hintergrund ideale Voraussetzungen, um das Projekt «Schulraum 2020» voranzutreiben. 

Der betagte Aufwühler

Peter Schnetzler, der dritte Kandidat für das Präsidium, ist mit 75 Jahren der älteste Anwärter sowohl für die Schulpflege als auch das Präsidium. Nach seiner Pension habe er einige Jahre ehrenamtlich als Hilfslehrer an der Schule Volketswil gearbeitet. «Da musste ich feststellen, dass es sowohl an der Qualität der Lehrer als auch der Behörden mangelt», sagt er.

«Eigentlich ist meine Kandidatur eine Trotzreaktion» – Peter Schnetzler

Seine Motivation für eine Kandidatur sei klar: Den Laden aufmischen. Wäre er Präsident, würde er die Verbindung von Schulpflege und Eltern verbessern, am besten mit monatlichen Gesprächen. Aber ein Wahlsieg ist nicht sein primäres Ziel. «Eigentlich ist meine Kandidatur eine Trotzreaktion zu allem was bisher gelaufen ist. Aber sollte ich die Wahl tatsächlich gewinnen, würde ich mich schon einsetzen», sagt er und lacht. 

Die Kandidaten für die Schulpflege

Raphael Bantli (BDP, neu), Maja Buchli-Zimmermann (SVP, bisher), Jean-Philippe Endters (SVP, neu), Raffaela Fehr (FDP, neu), Claudio Ferrarini (SVP, neu), Claudia Ferraro-Schrepfer (parteilos, neu), John Herter (SVP, bisher), Yves Krismer (FDP, bisher, auch als Präsident), Sara Portmann (parteilos, neu), Maja Roca-Boelsterli (parteilos, bisher), Peter Schnetzler (parteilos, neu, auch als Präsident), Priska Sonderegger (SVP, bisher), Sabine Wegmann (parteilos, neu, auch als Präsidentin).

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