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Ein Hauch heimelige Berghütte im Glashaus

Acht Redaktoren haben die Menukarte des neuen Ustermer Restaurant «zur Heimat» geprüft. Fazit: Fleischliebhaber kommen voll auf ihre Kosten und die währschafte Küche füllt die Bäuche ohne Probleme.

Küchenchef Ravi Perrera und Geschäftsführerin Sonja Leemann mit einem Nudelgericht an Gemüse-Rahmsauce und Rindsentrecote mit Gemüse und Pommes. (Bild: Seraina Boner), Das Heimat-Team: Servicefachangestellte Janine Rüegger, Küchenchef Ravi Perrera, Geschäftsführerin Sonja Leemann und Servicefachangestellte Ornella Lordelli (von links). (Bild: Seraina Boner), Schweinsrahmschnitzel mit Nüdeli und Tagesgemüse. (Bild: Lea Chiapolini), Nudeln an Gemüse-Rahm-Sauce. (Bild: Lea Chiapolini), Angus-Rins-Entrecôte mit hausgemachter Kräuterbutter, Pommes Frites und Tagesgemüse. (Bild: Lea Chiapolini), Rippli mit Speck, Sauerkraut und Salzkartoffeln. (Bild: Lea Chiapolini), Menu-Salat vor dem Hauptgang. (Bild: Lea Chiapolini), Bündner Gerstensuppe vor dem Hauptgang. (Bild: Lea Chiapolini)

Ein Hauch heimelige Berghütte im Glashaus

Zuerst sind wir verwirrt. «Menu 1 - Menu 4 - Menu 6 - Tageshit 1 - Tageshit 2» steht auf der Speisekarte des Restaurants «Zur Heimat» in Uster. Und wo sind die restlichen Menus geblieben? Wir stellen diverse Theorien auf. «Das wäre doch ein passendes Gesprächsthema für ein erstes Date – um das Eis zu brechen», ist mein Vorschlag. «Wohl eher für ein letztes Date...», meint die Jüngste in der Runde und verdreht die Augen. Sie hat offensichtlich Hunger. 

Die aufgeführten Menüs lassen aber vermuten, dass sich dies schnell ändern wird. Von währschaften Gerichten wie Schweinsvoressen mit Kartoffelgratin und Tagesgemüse (Fr. 17.50) oder Angus-Rinds-Entrecôte mit Pommes Frites und Tagesgemüse (Fr. 23.50) sind wir noch immer satt geworden. 

Da unsere Redaktoren-Gruppe heute aus acht Personen besteht, können wir uns quer durch die Mittagskarte und alle Menus probieren – à la carte gibt es leider nur am Abend. Von der aufmerksamen Bedienung werden wir gleich am Anfang darauf hingewiesen, dass es vom Tageshit 2 – Rippli mit Speck und Sauerkraut mit Salzkartoffeln (Fr. 17.50) – nur noch eine Portion hat. Die hungrige Kollegin wittert ihre Chance und meldet Interesse an. 

Kaum bestellt, werden bereits jeweils Salat oder Gerstensuppe serviert, die in den Tagesmenus inbegriffen sind. Während die Gerstensuppe weder Freudenschreie auslöste, noch Grund zur Kritik gab, ist die Tischnachbarin zu meiner Rechten vom Menusalat total begeistert. Dieser besteht aus Blattsalat, Randen, Rüebli, Tomate und Gurken. Klein aber fein. «Die Salatsauce war das Highlight des Mittags», wird die Kollegin eine Stunde später sagen.  

Auch auf den Hauptgang müssen wir nicht lange warten. Trotzdem reicht die Zeit, um den Blick im Raum schweifen zu lassen. Dieser ist dezent dekoriert, die Glasfront lässt viel Licht hinein. Der Thekenbereich mit den Schnapsflaschen und dem alpin angehauchten Schriftzug «Heimat» sowie die Tischsets aus Papier erinnern an ein Berggasthaus – nur viel stylischer eingerichtet. 

Als die Hauptspeisen auf den Tisch kommen, finden sich auf allen Tellern ungefähr die gleichen Farben wieder: Fleisch in brauner Sauce, Stärkebeilage in beige und dasselbe Tagesgemüse. Doch von Einheitsbrei soll hier nicht gesprochen werden – alle Gerichte schmecken vorzüglich. Mein Schweinsrahmschnitzel mit Nüdeli und Tagesgemüse (Fr. 18.50) schmeckt genau so, wie ich mir es vorgestellt hatte: Die Sauce hat genau die geniale Würze, die ich mit meinen eigenen Kochkünsten nie erreichen könnte. Dafür geht man doch auswärts essen! 

Auch rund um mich herum wird zustimmend genickt. Bei den Nudeln an Gemüse-Rahmsauce (Fr. 15.50) gibt es scheinbar zusätzlich als «Beilage» Kartoffelgratin. «Auch wenn ich selber nicht auf diese Idee kommen würde – irgendwie passts», meint die Kollegin. Die Nudeln waren das einzige vegetarische Gericht auf der Karte. Auf den anderen Tellern wird jeder Fleischliebhaber gut bedient, denn der Anteil an Fleisch ist meist höher als der Anteil an Beilagen. 

Auch wenn die Portionen auf den ersten Blick etwas klein schienen, nach dem Essen sind wir alle satt und zufrieden. Mit einem Kaffee runden wir das Essen ab – ob wir noch einen Desser möchten, werden wir nicht gefragt. Ist aber angesichts der vielen Weihnachtsfeiern, die bald anstehen, wohl besser so. Als wir das Restaurant verlassen, haben wir für die acht Menüs plus Getränke nur gerade 200 Franken gezahlt – ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. 

Die Zahlenfrage bei den Menus haben wir natürlich auch noch geklärt. Janine Rüegger vom Service-Team musste zuerst lachen, erklärte uns dann aber geduldig, dass die Menus nach Preis in der Kasse abgespeichert sind. Menu 1 kostet Fr. 15.50, Menu 2 kostet Fr. 16.50 und so weiter. Die Gerichte würden je nach Preis in die Menu-Reihenfolge eingepasst. Wohl doch ein Gesprächsthema fürs letzte Date. 

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