Ein Hauch heimelige Berghütte im Glashaus
Zuerst sind wir verwirrt. «Menu 1 - Menu 4 - Menu 6 - Tageshit 1 - Tageshit 2» steht auf der Speisekarte des Restaurants «Zur Heimat» in Uster. Und wo sind die restlichen Menus geblieben? Wir stellen diverse Theorien auf. «Das wäre doch ein passendes Gesprächsthema für ein erstes Date – um das Eis zu brechen», ist mein Vorschlag. «Wohl eher für ein letztes Date...», meint die Jüngste in der Runde und verdreht die Augen. Sie hat offensichtlich Hunger.
Die aufgeführten Menüs lassen aber vermuten, dass sich dies schnell ändern wird. Von währschaften Gerichten wie Schweinsvoressen mit Kartoffelgratin und Tagesgemüse (Fr. 17.50) oder Angus-Rinds-Entrecôte mit Pommes Frites und Tagesgemüse (Fr. 23.50) sind wir noch immer satt geworden.
Da unsere Redaktoren-Gruppe heute aus acht Personen besteht, können wir uns quer durch die Mittagskarte und alle Menus probieren – à la carte gibt es leider nur am Abend. Von der aufmerksamen Bedienung werden wir gleich am Anfang darauf hingewiesen, dass es vom Tageshit 2 – Rippli mit Speck und Sauerkraut mit Salzkartoffeln (Fr. 17.50) – nur noch eine Portion hat. Die hungrige Kollegin wittert ihre Chance und meldet Interesse an.
Kaum bestellt, werden bereits jeweils Salat oder Gerstensuppe serviert, die in den Tagesmenus inbegriffen sind. Während die Gerstensuppe weder Freudenschreie auslöste, noch Grund zur Kritik gab, ist die Tischnachbarin zu meiner Rechten vom Menusalat total begeistert. Dieser besteht aus Blattsalat, Randen, Rüebli, Tomate und Gurken. Klein aber fein. «Die Salatsauce war das Highlight des Mittags», wird die Kollegin eine Stunde später sagen.
Auch auf den Hauptgang müssen wir nicht lange warten. Trotzdem reicht die Zeit, um den Blick im Raum schweifen zu lassen. Dieser ist dezent dekoriert, die Glasfront lässt viel Licht hinein. Der Thekenbereich mit den Schnapsflaschen und dem alpin angehauchten Schriftzug «Heimat» sowie die Tischsets aus Papier erinnern an ein Berggasthaus – nur viel stylischer eingerichtet.

