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«Ich war schon immer ein Tanzfüdli»

Claudia Beeler gibt Linedance-Lektionen im ganzen Oberland. Anfang Januar wird die Mönchaltorferin an die Weltmeisterschaften in die USA reisen.

«Wir machen keine Fehler, wir machen Variationen» – dieser Leitspruch verdeutlicht für Claudia Beeler die Freude am Linedance. (Bild: zvg)

«Ich war schon immer ein Tanzfüdli»

Im Wohnzimmer von Claudia Beeler stehen drei Pokale von Tanzturnieren. Diese seien «nur von diesem Jahr», sagt sie fast etwas verlegen. Die Mönchaltorferin spricht nicht gerne über ihre Erfolge – auch auf ihrer Website sind keine Titel aufgeführt – obwohl ihre restlichen Pokale eine Kiste füllen. «Ich war schon immer ein Tanzfüdli», sagt die 53-Jährige. Aufgewachsen am Stadtrand von St. Gallen beobachtete sie jeweils die Eiskunstläuferinnen auf der nahe gelegenen Eisbahn, als Teenager machte sie erste Schritte im Jazztanz und erlernte später auch die Standardtänze. «Irgendwann kam ich zum Linedance, da mein Mann nicht tanzen will», sagt sie und lacht. 

Eigene Choreografie von Claudia Beeler. (Quelle: Youtube)

 

Beim Linedance bewegt sich jeder für sich selber – in Linien neben- und hintereinander, wie der Name sagt. «Zum Teil auch vis-à-vis, im Kreis oder in Grüppchen» sagt die Tanzlehrerin. Dabei werden Schrittkombinationen zu Choreografien aneinandergereiht. «Es macht keinen Unterschied, wie alt man ist oder wie viel Tanzerfahrung man hat – entweder wird man vom Linedance-Virus gepackt, oder halt nicht», sagt sie.

Kurse für Kinder geplant

Claudia Beeler hat Linedance vor 13 Jahren für sich entdeckt, nahm bald an einem ersten Turnier teil und absolvierte 2010 die Lehrerausbildung. Heute unterrichtet sie Tänzer in Maur, Wetzikon, Wallisellen, Grüningen, Pfäffikon und Rüti. Dabei arbeitet sie als Freelancerin, wird also als Lehrerin von Organisationen wie etwa der Migros-Klubschule gebucht. Einzig in Rüti, wo sie vor einem Jahr die Leitung der «Mavericks Linedancers» übernommen hat, mietet sie die Räumlichkeiten selber. Dort würde sie gerne auch Kurse für Kinder anbieten, nur sei die Nachfrage noch zu wenig gross, dass sich eine Tanzgruppe gebildet hätte. 

Claudia Beeler gibt von Montag bis Samstag täglich Tanzkurse. Die Anzahl ihrer Kursbesucher steigt stetig – kürzlich knackte sie die 100er-Grenze. «Bis im letzten Januar arbeitete ich noch 50 Prozent als Kauffrau. Mit der Übernahme der Rütner Mavericks musste ich neue Prioritäten setzen.» Nun dominiert das Tanzen ihr Leben. «Dabei steht der Spass im Vordergrund – der Rest kommt von alleine.» In den wenigen Stunden, die nicht durch das Tanzen besetzt sind, arbeitet sie in ihrem Nagelstudio im oberen Stock ihres Hauses in Mönchaltorf. 

Ein Jahr Vorbereitung

Im Januar wird Claudia Beeler nach San Francisco in die USA reisen und an den Weltmeisterschaften im Linedance teilnehmen. Die Vorbereitungen dafür laufen schon seit einem Jahr. Es gilt, ein Pflichtprogramm aus vier Tänzen aufzuführen. «Für jeden Tanz wird das dafür passende Kleid angezogen.» Ihr Trainer, der jeweils extra aus Holland für die Übungsstunden anreist, sei der Meinung, sie hätte gute Chancen auf einen Sieg. «Aber es muss an diesem Tag einfach alles stimmen – meine Verfassung, die Schritte und vieles mehr muss zusammenpassen.» 

Claudia Beeler (vorne links im pink karierten Shirt) am Swiss Open Turnier 2015. (Quelle: Vimeo)

 

Zwar habe sie schon einmal an einer Weltmeisterschaft in Deutschland teilgenommen, «aber ich hatte wie viele der Tänzer wegen einer Grippewelle Fieber», sagt Claudia Beeler und lacht. Darum habe es nicht für einen Podestplatz gereicht. Nun für ein Turnier sogar nach Amerika zu fliegen, fühle sich schon anders an. «Und wenn ich tatsächlich gewinnen sollte, werde ich dies vielleicht sogar auf meiner Website vermerken.»

Weitere Informationen zu Claudia Beelers Tanzkursen unter www.crazy-linedancers.ch.

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