Politik

Das Ende einer Kunstradkarriere

Fabienne Gamper war leidenschaftliche Kunstradfahrerin. Fast 20 Jahre widmete die Winterthurerin ihr Leben dem Sport, unter anderem holte sie drei WM-Medaillen. Jetzt hat die 24-Jährige ihren Rücktritt bekannt gegeben

Das Ende einer Kunstradkarriere

Fabienne Gamper geht wortwörtlich gern hoch hinaus: Die Winterthurerin hat ihre Leidenschaft im Kunstradfahren gefunden. Eine Sportart, bei der verschiedene Küren auf einem speziellen Fahrrad vorgeführt werden.

Fast 20 Jahre lang war das Leben von Fabienne Gamper vom Kunstradfahren geprägt. Nun hat die Winterthurerin ihren Rücktritt bekannt gegeben. 

Voller Einsatz ein Leben lang
Den Entscheid, ihre Karriere zu beenden, traf sie auf dem sportlichen Zenit. Zusammen mit ihrer Kunstradpartnerin Rahel Nägele hat Fabienne Gamper bereits zwei WM-Bronzemedaillen geholt. Zudem verteidigten sie 2017 zum zweiten Mal den Titel als Schweizermeister.

Erfolge, die fast nicht mehr getoppt werden können. «Unsere Leistungen sind in letzter Zeit konstant geblieben, aber nicht mehr stark nach oben gegangen.  Das hat uns gezeigt, dass der richtige Zeitpunkt für einen Rückzug gekommen ist», sagt Fabienne Gamper.  

Ein Ziel wollten Rahel Nägele und Fabienne Gamper vor dem Abgang aber noch erreichen: eine dritte WM-Medaille holen. «Wir wünschten uns diese als krönenden Abschluss unserer Karriere.»

Das Video der Final-Kür von Fabienne Gamper und Rahel Nägele an der Weltmeisterschaft in Dornbirn: 

Die Nervosität vor dem Auftritt an der Weltmeisterschaft im vergangenen November sei dementsprechend stark gewesen. «Als wir mit den Rädern auf den Platz gingen dachte ich nur ‹Wir können das!›. Zum Glück behielt ich Recht.» 

Die Freude über diese letzte Medaille teilt die Winterthurerin mit ihrem gesamten Umfeld. Jeder einzelne habe ihr den Erfolg von Herzen gegönnt. «Meine Freunde und Familie wissen, wie viel mir der Sport bedeutet und wie viel ich dafür investierte.»

Drei Mal pro Woche wurde trainiert, oft besuchten die Partnerinnen die Trainingshalle auch am Wochenende. «Wir sind beide sehr zielstrebig und perfektionistisch. Aus einer sportlichen Partnerschaft entstand eine Freundschaft, die auch nach unserem Rücktritt bestehen wird», erzählt Gamper.
 

«Ich muss meine Alltags-Routine noch finden.»
-Fabienne Gamper, ehemalige Kunstradfahrerin

Mehr Freiheiten durch Rücktritt
Fabienne Gamper möchte die gewonnene Zeit nutzen, um sich beruflich weiterzubilden. «Ausserdem bin ich froh, mehr Freizeit zu haben. Ich kann öfter meine Freunde sehen oder spontane Entscheidungen treffen. Vorher war ich eingeschränkt was solche Pläne anging.» Es sei für sie aber eine grosse Umstellung, so viel Freizeit zu haben. «Ich muss noch eine Alltags-Routine finden.» 

Den Nachwuchs abholen 
Ganz den Rücken kehrt Fabienne Gamper dem Kunstradfahren nicht. Pro Woche trainiert die Winterthurerin zweimal den Nachwuchs. «Leider sind wir erst jetzt am Aufbau des Kunstrad-Nachwuchses. Die Sportart ist noch nicht so bekannt. Das will ich ändern.»

Ausserdem sei sie froh, so den Sport trotzdem in ihrem Leben zu behalten. «Das Kunstradfahren hat und wird mir immer viel bedeuten. Umso schöner ist es, dass ich diese Leidenschaft weitergeben darf.» 

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