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Zwei Gesichter auf einem Musikalbum vereint

Reto Burrell zeigt sich auf seinem neuen Album «Side A & B» von zwei musikalischen Seiten. Am kommenden Sonntag stellt er dieses in Winterthur vor.

Zwei Gesichter auf einem Musikalbum vereint

Der Schweizer Singer und Songwriter Reto Burrell hat eine beeindruckende Laufbahn hinter sich. Nachdem der 44-Jährige für diverse Rock- und Punkbands tätig war, entschied er sich, seine Karriere als Solo-Musiker voranzutreiben. Am Sonntag, 17. Dezember, kommt er mit seinem neuem Album «side A & B» in die Esse Music Bar in Winterthur. 

Sie wurden in der Schweiz geboren, lebten dann eine Zeit lang in Australien und kamen dann zurück in die Schweiz. Welche Auswirkungen hatte die Zeit in Australien auf Ihre musikalische Laufbahn?

Reto Burrell: Statt Schmetterband oder Peter Reber hörte ich in meiner Kindheit The Rolling Stones, The Beatles und Bob Dylan. Das hat mich sehr stark geprägt. Also verdanke ich mein Musikschaffen der Plattensammlung meiner Eltern. 

Sie waren Mitglied in Rockbands, aber auch Mitgründer der Hardcore-Punk Band Profax. Heute machen Sie eher «ruhigere» Rock-Musik. Wie kam diese Entwicklung zustande?
Der Grund, weshalb ich Musik mache, ist derselbe geblieben. Die Themen über die ich singe auch. Egal, ob es nun Punk, Metal oder Ameriana Rock ist. Für mich braucht es immer eine gewisse Rebellion in allen Songs. Als wir mit Profax anfingen, war ich vierzehn. Ich spielte Gitarre und schrieb die Musik. Ich wollte nie Sänger sein. Doch als meine Texte noch tiefer und persönlicher wurden, fand ich niemanden der sie singen konnte und musste selber vors Mikrofon. Da ich kein Schreihals bin, den es braucht bei Punk, fing ich an zu singen.  
 

«I Hate Goodbyes» ist einer der Songs auf dem neuen Album von Reto Burrell: 

 

Haben sich Ihre Ziele oder Träume, die Sie zu Beginn hatten, verwirklicht?
Ja, das haben sie. Ich weiss was ich kann, aber auch was ich nicht anfassen sollte. Meine musikalische Welt ist die Sammlung hunderter Songs, welche ich seit meinem zwölften Lebensjahr schreiben durfte. Die Gabe Songs zu schreiben ist ein Geschenk, welches ich bis heute im Alter von 44 Jahren zu schätzen weiss.

Welche Rückschläge, aber auch Meilensteine sind Ihnen bis heute in Erinnerung geblieben? 
Für mich ist es das grösste mit meiner Musik viele persönliche Meilensteine erreicht zu haben. Meine Grenzsteine konnte ich auch immer wieder ein bisschen weiter auseinander setzen und somit meinen Horizont in vielerlei Hinsicht erweitern. Ich habe meine Songs immer zuerst gelebt, bevor ich sie auf Tonträger brachte oder vor Publikum spielte. Auch Rückschläge gibt es in jeder Karriere, wie im Leben. Aber auch diese verarbeite ich in meinen Songs, um besser damit umgehen zu können.

Würden Sie die Musik eher als Ihren Job oder eine Leidenschaft beschreiben?
Es gab in meiner 20 jährigen Karriere als Profimusiker sicher eine Hand voll Momente, wo es sich anfühlte als müsste ich dies tun. Doch über diese kann ich heute hinwegschauen. Musik als Job oder als Hobby zu machen ist bloss eine Frage des Geldes. Spass soll es immer sein, herausfordernd aber auch. Ich mache Musik, weil ich sehr gerne Songs schreibe. Ich behaupte mich nicht als super Sänger oder virtuoser Gitarrist, sondern als sehr guter Liedermacher.

Reto Burrell – Auftritt in der Esse Music Bar in Winterthur. Beginn ist um 19.30 Uhr. www.esse-musicbar.ch

 

Wie erleben Sie die stetige Entwicklung der Musikkultur?
Die Musikkultur ist in ständiger Bewegung und das ist auch wichtig. Das Musikkonsumieren auch. Leider ist Musik heute zu oft zur Hintergrundberieselung verdammt. Die Massen werden überflutet mit ständiger Musik und haben teils verlernt richtig hinzuhören. Aber das ist ja mit allem so. Doch ich bin überzeugt, dass es auch wieder grössere Gegenbewegungen geben wird. Ich vergleiche es gerne mit Fast-Food oder Slow-Food. Bewusster Leben bedeutet auch bewusster Musik geniessen.

Ihr neues Album «Side A &B» ist aufgeteilt in einen akustischen und einen Band-Teil. Warum?
Weil ich beides genauso gerne mag, mit Bank abzurocken oder halt tiefere Momente mit akustischen Klängen zu erzählen. Das ist auch genauso wie man meine Konzerte erlebt. Entweder mit Band oder dann alleine oder in Kleinformation.

Wie kam dieses bei Ihren Fans an?
Sehr gut! Da ich beide meiner musikalischen Stärken auf einem Album vereinte. Meine Fans wissen, wo Reto Burrell drauf steht, ist auch Reto Burrell drin. Egal ob rockig oder folkig.

Am 17. Dezember spielen Sie in Winterthur in der Esse Music Bar. Welche Erinnerungen haben Sie an sonstige Auftritte in der Eulachstadt? 
Ich durfte schon in vielen tollen Venues der Stadt auf der Bühne stehen. Ich erinnere mich auch gerne an das erste mal, als ich mit meiner Band in Winterthur auftrat. Dies war Ende der neunziger Jahren an den Musikfestwochen.

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