Richtig kuschelig war es am Mittwoch im Kirchgemeindesaal, wo die Gemeindeversammlungen von Greifensee während des Umbaus des Landenberghauses stattfinden. Mit 56 Stimmberechtigten war der Raum schon gut gefüllt, weshalb bei umstrittenen Vorlagen wie etwa einer Steuererhöhung künftig wohl ein Vorverkauf eingeführt werden muss. Oder man zügelt gleich in die Turnhalle der Schule.
Aber eben: Eine Erhöhung des Steuerfusses stand nicht auf der Traktandenliste. Auch wenn das Budget 2018 bei einem Gesamtaufwand von 27,4 Millionen Franken ein Minus von 2,4 Millionen aufweist. «Wenn man sich nur auf dieses eine Jahr konzentriert, ist das eine sehr eingeschränkte Optik», sagte Finanzvorstand Bruno Schaerli (Aktion G).
Er verwies auf das hohe Eigenkapital pro Kopf. «Da gehören wir zu den fünf Prozent der reichsten Gemeinden im Kanton.» Und auch mit dem Nettovermögen stehe man gut da. Aufgrund des Polsters aus früheren Jahren befinde man sich also nach wie vor in einer komfortablen Situation, die trotz des niedrigen Selbstfinanzierungsgrads einen gleich bleibenden Steuerfuss von 77 Prozent erlaube.
Nicht harmonisch gewachsen
Hauptgrund für den Aufwandüberschuss seien die Investitionen von mehr als 12 Millionen Franken, die entsprechend hohe Abschreibungen zur Folge hätten. Hier schlagen vor allem der Umbau des Landenberghauses und des Lehrschwimmbeckens zu Buche. Im Hinblick auf die Einführung des Harmonisierten Rechnungsmodells 2 (HRM2) habe man ausserdem Anlageposten mit einem Restwert unter 100‘000 Franken ausserordentlich abgeschrieben. Schaerli machte deutlich, dass die Investitionen in den nächsten Jahren hoch bleiben werden. Das habe damit zu tun, dass der grösste Teil der Infrastruktur Greifensees mit dem Zuzug von 4000 neuen Einwohnern Ende der 1960er Jahre aufgebaut wurde. «Und da sind jetzt Sanierungen fällig.»

