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Politik

Wangen-Brüttiseller müssen mehr Steuern zahlen

Die Gemeindeversammlung von Wangen-Brüttisellen genehmigte nach einer lebhaften Diskussion die vom Gemeinderat beantragte Steuererhöhung von 96 auf 98 Prozent. Kritik gab es am Finanzenglisch und ausserdem an der Höhe der Gebühren, auch wenn die gar nicht zur Debatte standen.   

Was darfs denn sein: 96, 98 oder gar 100 Prozent? Diese Steuerfüsse hatte die Gemeindeversammlung am Dienstag im Brüttiseller «Gsellhof» zur Auswahl. Der Gemeinderat beantragte eine Erhöhung um zwei Prozentpunkte auf 98 Prozent. Finanzvorstand Claude Dougoud (SVP) begründete das Vorhaben mit der «kontinuierlich sinkenden» Steuerkraft in der Gemeinde. Dieser Umstand führe zu einer Abnahme des Nettovermögens, das gemäss Finanzplanung Ende 2021 noch 9,2 Millionen beträgt. Danach erwartet Dougoud wieder ausgeglichene Rechnungen.

Auch mit einer Erhöhung des Steuerfusses schliesst der Voranschlag für das nächste Jahr bei einem Gesamtaufwand von 40,477 Millionen Franken mit einem Minus von 900‘000 Franken ab. Ohne Steuererhöhung wäre es noch eine halbe Million mehr. Dass Dougoud erklärte, die Steuereinnahmen seien im aktuellen Jahr «sehr viel besser» als budgetiert, ging dabei fast unter. Gemeindepräsidentin Marlis Dürst (Forum) jedenfalls appellierte an die 103 Anwesenden, sie sollten doch verhindern, dass Wangen-Brüttisellen in eine Schuldenspirale reingerate.

Höher war nicht hoch genug

Unterstützung erhielt der Gemeinderat von der SVP, dem Forum und der FDP, deren Präsident und alt Finanzvorstand Emil Rebsamen sich aber auch unzufrieden über gewisse Ausgaben des Gemeinderats äusserte.

Der SP wiederum war die geplante Steuererhöhung nicht hoch genug; sie beantragte einen Steuerfuss von 100 Prozent. SP-Vorstand Hans Peter Rüegg warnte, es müsse nur eine kleine konjunkturelle Verschlechterung geben – und schon sinke das Nettovermögen auf unter 1000 Franken pro Einwohner, was allgemein als tiefer Wert gelte. «Wir sind eine Durchschnittsgemeinde und wollen keine Perle sein, deren Steuerfuss weit unter dem kantonalen Mittel ist», sagte er. Um attraktiv zu sein, dürfe man bei den Investitionen nicht knausern.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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