2537 Events in 16 Jahren
Happy Birthday Bolero! Das Winterthurer Ausgehlokal feiert seinen 16. Geburtstag. Seit 2001 wird im ehemaligen Güterschuppen an der Unteren Vogelsangstrasse gefeiert. Am Samstag, 9. Dezember, geht die Geburtstagsparty über die Bühne.
2537 Events und eine Million Red Bull
16 Jahre ist eine lange Zeit. Während diesen wurden eine Million Red Bull verkauft und 27‘108 LED-Lichter verbaut. Ines Allemann ist seit Beginn mit an Bord. Seit zehn Jahren fungiert die Winterthurerin als Geschäftsführerin, vorher war sie als Barkeeperin tätig.
Die 42-Jährige erinnert sich an viele legendäre Partys zurück. Insgesamt wurden im Bolero seit der Eröffnung 2537 Events durchgeführt. «Einer der besten ist die jährliche Flower Power. Die Stimmung ist immer genial.»
«Wir verkauften über eine Million Red Bulls und verbauten 27’108 LED-Lichter.»
– Ines Allemann, Geschäftsführerin Bolero Club Winterthur
Strikte Regeln beim Einlass
Generell freue es sie zu sehen, wie friedlich die Gäste untereinander sind. Diese Tatsache führt Ines Allemann unter anderem auf das Einlassalter von 21 Jahren zurück, das seit der Eröffnung vom Bolero strikt durchgesetzt wird. «Mit 21 ist man reifer als mit 18 und hat auch die ersten Erfahrungen mit Alkohol gemacht. Das Verhalten ist erwachsener.»
Dies scheint auch bei den Gästen gut anzukommen: Zum jetzigen Zeitpunkt zählt das Bolero über tausend Member. Neben den Besuchern habe der Club seinen Erfolg auch den treuen Mitarbeitern zu verdanken. «Ohne ein gut funktionierendes Team könnte ein Lokal dieser Grösse nicht überleben.»
Rauchverbot, was nun?
Leider hat aber jede Medaille zwei Seiten. Der Bolero Club wurde in den 16 Jahren vor diverse Herausforderungen gestellt. Ein Beispiel ist die Einführung des Rauchverbot 2010. «Die gesamte Infrastruktur des Clubs wurde bereits genutzt. Dass plötzlich ein Fumoir her musste, bereitete Kopfzerbrechen.» Das Bolero musste baulich angepasst werden.
Heute ein Pluspunkt für den Club: «Wir haben das grösste Fumoir weit und breit», so Ines Allemann stolz. Ein weiterer Rekord stellt die Lounge-Bar auf. Mit 14 Metern ist diese die längste Bar in Winterthur.
Diebstahl im Club
Nebst Auflagen der Behörden habe sich aber auch die Mentalität der Partygäste verändert. «Wir erleben mehr Vandalismus als früher», erzählt Ines Allemann. Im Club seien schon Vasen geklaut oder Dekorationselemente beschädigt worden. «Solche Aktionen sind ärgerlich. Ich finde es fragwürdig, dass man sich mit fremdem Eigentum bereichert.» Durch die Kameras im Club könnten aber Diebe immer öfter auffindig gemacht und zur Rechenschaft gezogen werden.
«Unsere Gäste werden an der längsten Bar von Winterthur bedient.»
– Ines Allemann, Geschäftsführerin Bolero Club Winterthur
«Isch nur Koks, was duesch so?»
Eine Tatsache, die Ines Allemann erschreckt, ist der starke Drogenkonsum. «Ein Joint zu rauchen war früher das Höchste der Gefühle. Heute muss ich mir Sätze wie ‹Was tusch so, isch doch nur Koks› anhören.»
Aus diesem Grund würden Securitas-Mitarbeiter regelmässig patroullieren und den Club im Auge behalten. Bei Drogenkonsum hat die Winterthurerin eine Nulltoleranz: «Wer Kokain oder ähnliches konsumiert, bekommt Hausverbot. Zum Glück ist das aber eine seltene Konsequenz, unsere Gäste sind sehr anständig.»
Miteinander, nicht gegeneinander
Trotz diesen Veränderungen macht Ines Allemann ihren Job im Bolero mit viel Freude und Herzblut. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit der Konkurrenz.
Auf dem gleichen Areal, auch Bermudadreieck genannt, befinden sich noch das Salzhaus, die Archbar, das Zimmer 31 / Coyote Ugly und das Kornhaus. «Gegeneinander zu arbeiten wäre kontraproduktiv. Jedes Lokal hat seine Stärken und Highlights.» Im Bolero ist das die anstehende Geburtstagsfeier. «Die Party wird unvergesslich», so Ines Allemann.

