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Ustermerin kämpft gegen unnötigen Hunger

Ein Kühlschrank, in dem abgelaufene Lebensmittel von Bedürftigen kostenlos abgeholt werden dürfen – das ist das Ziel der Ustermerin Andrea Weder. Nun ist sie auf der Suche nach einem passenden Standort für das Projekt «RestEssBar Uster».

Andrea Weder (links) und Ria Müller-Trümpi sind motiviert, eine «RestEssBar» zu gründen. (Bild: Seraina Boner), Die «RestEssBar» in der Winterthurer Altstadt besteht seit 2014. (Bild: zvg), Die «RestEssBar» in der Winterthurer Altstadt besteht seit 2014. (Bild: zvg), Die «RestEssBar» in der Winterthurer Altstadt besteht seit 2014. (Bild: zvg)

Ustermerin kämpft gegen unnötigen Hunger

«Es lügt jeder, der behauptet, in der Schweiz müsse niemand Hunger haben.» Andrea Weder spricht aus Erfahrung. «Wenn es so wäre, bräuchte es keine Organisationen wie ‹Tischlein deck dich›.» Diese hat alleine in Uster im letzten Jahr 18’200 Kilogramm Lebensmittel an über 200 bedürftige Personen verteilt. Auch Andrea Weder musste solche Leistungen aus Krankheitsgründen bereits in Anspruch nehmen. Näher will sie darauf nicht eingehen. 

«Man muss unten durch»

Nun will die Ustermerin selber anpacken und helfen. «Die Idee schlummert schon lange in mir, nun will ich es durchziehen.» Sie plant, das Prinzip einer «RestEssBar», nach Uster zu bringen, wie es in diversen Schweizer Städten bereits umgesetzt ist. Das Konzept ist simpel: An einem öffentlichen Ort wird ein Kühlschrank aufgestellt, ein Team aus Freiwilligen füllt ihn mit Produkten, die sie bei Lebensmittelhändlern abholen, die nicht mehr verkauft werden können und sonst im Abfall landen würden. Auch Private können den Kühlschrank mit Lebensmitteln oder Tierfutter füllen. Dabei werden nur geschlossene Packungen und weder Fisch noch Poulet angenommen, denn diese Lebensmittel würden zu schnell verderben. Diese Produkte können dann kostenlos abgeholt werden. «Es gibt viele Familien, die am Existenzminimum leben und dankbar für so ein Angebot wären», ist sich Andrea Weder sicher. In der Schweiz gebe es zwar viel Hilfe, aber «man muss trotzdem unten durch». Sie selber bezeichnet sich als Helfermensch. «Es gibt genügend Streit auf dieser Welt. Ich hoffe, mit einer ‹Rest-EssBar Uster› die Herzen einiger Menschen erwärmen zu können.»  

Die am nahesten gelegene Rest-EssBar – die erste überhaupt – befindet sich in Winterthur. Diese ist nicht zu verwechseln mit der «Äss-Bar» in Winterthur, wo Brot vom Vortag für wenig Geld gekauft werden kann. «Doch wer kein Geld für Essen hat, hat auch kein Geld für ein Zugbillet», sagt Weder. Darum ist sie nun auf der Suche nach einem Standort in der Stadt Uster. «Dieser muss nicht einmal direkt im Zentrum sein», sagt sie. «Wer Hunger hat, nimmt den Weg auf sich.» Bereits habe sie diverse Mietobjekte besichtigt, die sich aber als nicht praktisch erwiesen hätten. «Bei einem geschlossenen Raum muss immer jemand vor Ort sein – das wäre unrealistisch.»  

Erfahrungen aus Winterthur

Laut Floyd Sprenger, Mitbegründer der «RestEssBar Winterthur Altstadt», sei ein guter Standort die grösste Herausforderung für ein neues Projekt. Denn dieser soll möglichst nichts kosten und rund um die Uhr zugänglich sein. «Dazu empfehlen wir, frühzeitig einen Verein zu gründen, damit nicht die ganze Arbeit an einer Person hängen bleibt», sagt er. Helfer seien oftmals schnell gefunden. «Ein Kernteam von Organisatoren, die die Arbeit unter sich aufteilen können, ist aber sehr wichtig», sagt Sprenger. «Es gab schon RestEssBars, die nicht zu Stande kamen, da die eigentlich hoch motivierten Personen den Aufwand überschätzt hatten.»

Das Projekt steht und fällt mit der Raumlösung, ist sich Andrea Weder sicher. Darum sucht sie nun den Kontakt zu Verantwortlichen der Stadt. «Wir sind auch froh um Hinweise aus der Bevölkerung.» Unterstützung wurde ihr schon von diversen Seiten zugesichert, darunter von ihrer Cousine Ria Müller-Trümpi. Gemeinsam würden sie das Essen bei beteiligten Händlern abholen und den Kühlschrank bewirtschaften.

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