Es war ein selbstloser Einsatz, für den Remo Schmid kürzlich den «Prix Courage» der Zeitschrift «Beobachter» erhielt. In einer Julinacht wacht er in seiner Dübendorfer Wohnung auf und hört weibliche Schreie. Er geht zur Bushaltestelle Breitibach und sieht einen etwa 30-jährigen Mann, der sich gerade die Hose heraufzieht und vor ihm eine gleichaltrige Frau, die weint und aus deren Nase Blut rinnt. Wie später klar wird, hat er sie geschlagen und zu einer sexuellen Dienstleistung aufgefordert.
Er rennt dem Täter hinterher und überwältigt ihn
Schmid erkennt, dass die Situation nicht gut ist und zerrt den Täter von der Frau weg. Es folgt eine Auseinandersetzung mit dem Täter, dieser flüchtet, Schmid rennt ihm hinterher, überwältigt ihn zusammen mit einem anderen Nachbarn und hält ihn fest, bis die Polizei eintrifft. Schmids Einsatz hat «mit grösster Wahrscheinlichkeit Schlimmeres verhindert», sagt die Kantonspolizei Zürich. Wahrscheinlich wäre es sonst zu einer Vergewaltigung gekommen.
Beim Empfang an seinem aktuellen Wohnsitz in Kloten ist man etwas erstaunt, wie klein und schlank der Held ist. Als er aber erzählt, dass der FC Zürich sein Leben ausmachte und er dort gelernt habe, für die Mannschaft zu kämpfen und mutig zu sein, traut man ihm sein Eingreifen zu.
Gewalt gegenüber Frauen ist für ihn ein No-Go

