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Winterthur hat den grössten Schal der Welt

4500 Meter Schal in 18‘000 Stunden Arbeit: Das ist das Ergebnis des Strickprojekts der Angela Bruderer AG. Obwohl der Weltrekord von 7 Kilometern nicht geknackt werden konnte, kann sich das Projekt sehen lassen. Der Verkaufserlös der einzelnen Schalteile kommt einem guten Zweck zu Gute.

Winterthur hat den grössten Schal der Welt

Seit Januar 2017 stricken rund 1500 Personen im Rahmen des Projekts «Längster Schal der Welt». Ziel war es, den bestehenden Rekord von sieben Kilometern zu übertreffen. Nun ist klar: Dieses Ziel konnte nicht erreicht werden. Trotzdem lässt sich das Endprodukt sehen: Ein 4500 Meter langer Wollschal, bestehend aus 2250 Einzelteilen, schmückt die Halle der Stiftung Schleife in Winterthur.  

«Wir haben zwar nicht den längsten, aber den grössten Schal geschaffen», verkündet Jochen Thomann, Geschäftsleiter der Angela Bruderer AG zufrieden.

Mit 4.5 Kilometern Länge und 30 Zentimetern Breite hätten die Strickbegeisterten den flächemässig grössten Schal der Welt hergestellt. Zum Vergleich: Der längste Schal, 7 Kilometer, misst in der Breite nur zehn Zentimeter.

Jochen Thomann kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus: «Was hier entstanden ist, kann man ein wahres Kunstwerk nennen. Hier stecken bis zu 18’000 Stunden arbeiten dahinter. So viel Herzblut und Engagement ist einfach toll.»

Herzenswünsche sollen erfüllt werden

Beim ganzen Projekt sei es aber primär nie um den Weltrekord gegangen. Der soziale Aspekt stand von Anfang im Vordergrund:  Der Verkaufserlös der einzelnen Schals wird der Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe zukommen. Diese erfüllt schwerkranken Kindern Herzenswünsche und ist eine Nonprofit-Organisation.

Nicole Sami, Co-Geschäftsleiterin der Stiftung Sternschnuppe  in Zürich, zeigt sich dankbar. «Wir sind begeistert von der Idee. Mit der Spende und dem zusätzlichen Erlös aus dem Schalprojekt möchten wir möglichst viele Herzenswünsche von kranken und beeinträchtigten Kindern erfüllen.»

Wie viel Geld durch den Verkauf tatsächlich eingenommen wird, zeigt sich im Januar. Bisher konnten schon 137 Fragmente à 20 Franken verkauft werden.

 

 

Die Leidenschaft verhalf zu Freundschaften

Auch förderte das Projekt die Gemeinschaft und ermöglichte spannenden Begegnungen. So sind aus dem Vorhaben auch mehrere Strickgruppen hervorgegangen.

In St. Gallen beispielsweise trifft man sich jeden Donnerstagnachmittag, um gemeinsam die Leidenschaft für das Stricken zu teilen und zugleich die Spendenaktion zu unterstützen. Daraus seien auch wunderbare Freundschaften entstanden.

125 Schals aus einem Haushalt

Dass die Motivation ungebrochen war, zeigt das Ehepaar Protzer aus St. Gallen. Lilly und Werner Protzer haben alleine 125 Stück hergestellt. Die 67-Jährige habe von dem Projekt durch ein Inserat erfahren. «Als mich mein Mann jeden Tag mit der Strickware beschäftigt sah, wurde auch er mitgerissen und hat sich beteiligt», erzählt sie.

Das angefressene Ehepaar strickte seit Beginn weg morgens und abends gemeinsam. Zusätzlich besuchten sie jeden Donnerstag die Filiale von Angela Bruderer in St. Gallen, um sich dort mit anderen Strickbegeisterten zu treffen.

Der gute Zweck verlockte zum Stricken

Auch andere Wollfreunde liessen sich die Möglichkeit nicht entgehen, für einen guten Zweck zu stricken. Ursula Müller sah im Weltrekordversuch eine gute Gelegenheit, um ihre Wollreste aufzubrauchen. «Ich habe durch eine Kollegin davon erfahren und war sofort begeistert», so die 64-Jährige. Im Ganzen habe sie mit vier Einzel-Schals zum Gesamtkunstwerk beigetragen.

Schon immer für einen guten Zweck gestrickt hat Marlis Zellweger. Bereits in vergangenen Jahren hat die 58-jährige ihre Strickware verkauft und den eingenommenen  Betrag gespendet.

Um sich in schlaflosen Nächten die Zeit zu vertreiben, habe sie Nadel und Wolle zur Hand genommen. «Als ich gehört habe, dass es für eine wohltätige Organisation ist, war ich sofort dabei. Schlussendlich sind 16 Schals entstanden», berichtet sie.

Projekt läuft bis im Januar

Die beste Nachricht für alle Strickbegeisterten: Die Aktion ist noch nicht ganz beendet. Noch bis Mitte Januar wird fleissig weitergestrickt und die Schalteile verkauft.

Doch was passiert, wenn Ware übrig bleibt? «Auch diese wird für einen guten Zweck verwendet. Übrige Schalteile würden nach Rumänien verschickt werden», weiss Jochen Thomann. «Damit möchten wir als Versandhaus unsere soziale Verantwortung wahrnehmen.»

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