«Zum Glück gab es keine Stolpersteine»
Ein Jahr «Buchzeichen Egg» – wie lautet Ihre erste Bilanz?
Marianne Beutler: Wir hören von unseren Kunden oft den Satz «Schön, dass es euch gibt» – das freut uns natürlich sehr. Von der wirtschaftlichen Entwicklung her entspricht der Umsatz den Erwartungen. Das Bedürfnis nach einer Buchhandlung in Egg ist definitiv da, und das nicht nur bei der Egger Bevölkerung. Wir haben Kunden aus allen umliegenden Gemeinden.
Gab es unangenehme Überraschungen im letzten Jahr wie unerwartete Mehrkosten?
Zum Glück gab es keine grossen Stolpersteine. Der Betrieb an sich ist kostendeckend. Aber wir hatten grössere Investitionen als gedacht. So mussten wir etwa die Ladeneinrichtung ergänzen. Mitte November wird ein zusätzliches Regal für englische Bücher eingebaut. Mit der nahen Intercommunity School in Zumikon und den vielen Expats in der Region besteht eine grosse Nachfrage.
Sie haben vor einem Jahr gemeinsam mit Ihrem Mann die Genossenschaft «Buchzeichen Egg» ins Leben gerufen. Bei der Eröffnung vor einem Jahr zählte sie bereits 138 Mitglieder. Ist diese Zahl weiter angestiegen?
Momentan sind es 150 Mitglieder. Seit dem letzten Herbst ist die Zahl also nicht mehr gross angestiegen. Bisher stand der Aufbau der Buchhandlung im Fokus. Nun, da alles läuft, kann ich mich wieder mehr darauf konzentrieren, weitere Mitglieder zu gewinnen. Denn in den schwarzen Zahlen sind wir nach nur einem Jahr noch nicht – aber das haben wir auch nicht erwartet.
Für das Jahr 2018 erhalten Sie von der Gemeinde einen Kulturbeitrag in der Höhe von 2000 Franken. Wofür wird dieser eingesetzt?
Wir organisieren regelmässig Veranstaltungen wie Lesungen oder unsere Buchzeichen-Talks mit Hildegard Keller vom SRF-Literaturclub. Obwohl diese Anlässe immer gut besucht und oft sogar ausverkauft sind, reichen die Einnahmen der Eintritte nicht, um die Kosten für die Ausschreibung, die Vorbereitung und das Honorar der Referenten zu decken. Der Beitrag der Gemeinde soll dieses Minus teilweise auffangen.
Der Anstoss für das Buchzeichen Egg war die Schliessung der Buchhandlung Pfannenstiel. Sie haben im letzten Herbst die Mitarbeiterinnen übernommen. Ist das Team immer noch das gleiche?
Unser Fünferteam besteht immer noch in der gleichen Formation. Alle sind nach wie vor sehr motiviert. Die regelmässigen Rückmeldungen unserer Kunden, sie würden das Ambiente und die Beratung hier sehr schätzen, freuen uns besonders.
Was haben Sie mit der Buchhandlung noch vor – soll das Angebot noch weiter ausgebaut werden?
Wir werden das Angebot laufend erweitern, doch das Konzept wird gleich bleiben. Auch das Kulturangebot möchten wir gerne weiter ausbauen.
Die nächste Veranstaltung im «Buchzeichen Egg» findet am Mittwoch, 15. November, statt. Von 20 bis 21 Uhr stellt Ulrike Hitz Herbstneuheiten vor. Um Anmeldung via 044 994 76 76 oder E-Mail info@buchzeichen-egg.ch wird gebeten.
