Der kranke Esel bringt den Samichlaus-Tag ins Schwanken
Ein kranker Esel, der die Kinder nicht besuchen kann. Der Samichlaus, der seinen Freund nicht alleine im Wald zurücklassen möchte – doch wer besucht dann die Kinder?
So beginnt die neue Kindergeschichte «Nikolaus, wo bleibst du?» von Autor Bruno Hächler, die Mitte Oktober erschien. Sie schaffte direkt den Sprung auf Platz 20 der Schweizer Büchercharts. Sehr zur Überraschung des Autoren: «Man muss immer bedenken, dass man sich dort mit Geschichten von Globi und den Drei Fragezeichen misst. Umso schöner ist es dann, eine solche Platzierung zu erreichen», zeigt sich der Winterthurer begeistert.
Der richtige Zeitpunkt ist gekommen
Die Idee, über den Samichlaus zu schreiben, hatte Bruno Hächler schon lange. «Es war von Anfang an klar, dass sich meine Geschichte um den Schweizer Samichlaus drehen soll. Nicht um den amerikanischen, der am Weihnachtstag Geschenke bringt», erzählt der 57-jährige Winterthurer.
Für ihn sei es aber nie der richtige Zeitpunkt gewesen, die Geschichte zu vollenden. Bis Ende letzten Jahres. «Per Zufall sah ich am 6. Dezember den Samichlaus und seinen Esel vor meinem Fenster vorbeitrotten. Dieser Moment sah so schön und friedlich aus, dass mich sofort die Schreiblust packte.» Der Verlag sei begeistert gewesen von der Geschichte und hätte sofort zugesagt.
Wenn das Ende zur Knacknuss wird
Die Handlung der Geschichte habe sich Bruno Hächler aber nicht einfach nur ausgedacht. «Besucht der Samichlaus die Kinder zu Hause oder in Schulen, ist der Esel sehr oft krank und leider nicht dabei. Diesen Fakt habe ich genutzt und in meine Geschichte eingebaut», erzählt der Winterthurer mit einem Augenzwinkern.
Schwierigkeiten habe Bruno Hächler beim Schreiben nicht gehabt. «Nur am Schluss feilte ich sehr lange herum, dieser bereitete mir etwas Kopfzerbrechen. Verraten kann ich nur so viel: Er ist mir trotzdem gelungen.»
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Positive Rückmeldungen schon nach kurzer Zeit
Dies würden auch die Rückmeldungen rund um die Geschichte bestätigen. «Es haben sich schon etliche Eltern bei mir gemeldet und mir grosse Komplimente gemacht. Das rührt mich natürlich sehr, ich freue mich immer darüber.» Von den Kindern erhalte er vor allem Komplimente bei den Lesungen. «Ich bin gespannt, wie sie auf mein neues Buch reagieren.»
Digitalisierung – eine Gefahr für Kinderbücher?
«Nikolaus, wo bleibst du?» ist das 15. Bilderbuch von Bruno Hächler. Angst, dass diese Opfer der digitalen Entwicklung werden, hat er nicht. «Klar hat das digitale Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten zugenommen. Diese stehen aber nicht in Konkurrenz mit einem Kinderbuch.»
Ein Buch sei im Gegensatz zu Computerinhalten physisch, die Geschichte immer wieder spannend vorzulesen. «Das kann man nicht mit digitalen Angeboten vergleichen», ist sich der Winterthurer sicher. Sein neustes Buch sei dafür das beste Beispiel: «Wir hoffen, dass es eine langlebige Geschichte ist. Der Samichlaus kommt jedes Jahr – man kann also Dezember für Dezember Kinder dafür begeistern.»
Neues Jahr, neue Projekte
Neue Werke seien momentan noch nicht geplant. «Ich habe einige Ideen im Hinterkopf, weiss aber noch nicht, welche davon umgesetzt werden», erzählt Bruno Hächler.
Zuerst wolle er sich auch auf die Lesungen und Auftritte mit seinem neuen Buch konzentrieren. «Ab dem neuen Jahr nehme ich dann neue Projekte in Angriff. Bis dahin steht der Samichlaus im Vordergrund.»
