Politik

Fehlender Platz für Schwimmunterricht

Jedes Jahr ertrinken dutzende Menschen in Schweizer Seen und Flüssen. Experten wollen die Prävention nun vertiefen: Kinder sollen früher und besser auf die Risiken im Wasser vorbereitet werden. Für Winterthur ist diese Forderung aber schwierig umzusetzen.

Fehlender Platz für Schwimmunterricht

In Schweizer Gewässern sind in diesem Jahr bisher 34 Menschen ertrunken. Das zeigt die Zwischenbilanz der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG). Für sie ist klar: Die Präventionsarbeit muss in früheren Jahren ansetzen. So seien die Wasserunfallprävention und die Selbstrettungskompetenz in den Lehrplan 21 aufgenommen worden. Um den Lehrkräften die Aufgabe zu erleichtern, stellt die SLRG den Schulen nun auch Unterrichtsmaterial zur Verfügung.

Keinen Platz für Schwimmklassen

Für die Schulen in Winterthur fehlt es jedoch nicht an Schulmaterial oder Lehrpersonen. Die Stadt hat ein Platzproblem. «Wir haben nicht genügend Hallenbäder, um den Kindern schon früher und häufiger Schwimmunterricht anzubieten», sagt Dave Mischler vom Sportamt Winterthur.

Die Schulkinder in Winterthur gehen in der dritten Klasse während einem Jahr in den Schwimmunterricht. Können sie danach noch nicht schwimmen, dürfen sie im vierten Schuljahr weiter den Schwimmunterricht besuchen. Dieser ist aber freiwillig.

Mit dem Platzproblem stösst Winterthur bei der SLRG auf taube Ohren. In Luzern laufe ein Pilotprojekt, bei welchem der Schwimmunterricht im See stattfinde. «Bis jetzt sind die Rückmeldungen von diesem Unterricht sehr gut», sagt Philipp Binaghi von der SLRG. Diese Lösung könne deshalb künftig auch für andere Städte eine Option sein.

Grosse Ablenkung in den Freibädern

In Winterthur hat es keinen See. Doch es hat Freibäder. Könnte der Schwimmunterricht zumindest im Sommer dort regelmässig durchgeführt werden, würde dies das Platzproblem entschärfen. Doch laut Dave Mischler ist das nicht einfach umzusetzen: «In einem Freibad ist es enorm schwierig, einen strukturierten Unterricht durchzuführen, weil es sehr viele Menschen und damit auch viel Ablenkung für die Kinder hat.»

Deshalb würden sie den Unterricht vorerst weiter in den Hallenbädern durchführen und versuchen, dass möglichst viele Kinder die gesteckten Lernziele erreichen. (toponline.ch)

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