Twixtel – ein Ende in Raten
Eine Viertelmillion Twixtel-CD-ROMs verkaufte die Firma Twix in ihrer besten Zeit. Damals, im Jahr 2002, war die Welt zwar längst digital, aber noch nicht richtig online, und das elektronische Telefonbuch des Egger Unternehmens war klar die Nummer 1. Doch dann kam das Internet in Fahrt und stellte das Geschäftsfeld der Twix AG komplett auf den Kopf.
«Heute verkaufen wir noch etwa 5 Prozent der damaligen Auflage», sagt Geschäftsführer Philippe Reichlin. Der Stadtzürcher sieht sich damit in bester Gesellschaft mit der Musik-, Verlags- und Modebranche. «Man kauft keine CDs mehr, sondern streamt die Musik, man lädt sich eBooks runter, Kleider bestellt man online.» Und wenn jemand eine Adresse sucht, dann konsultiert er das Webportal local.ch oder googelt.
Online nie Geld verdient
Es ist nicht so, dass Reichlin es versäumt hätte, ins Geschäft mit dem Internet einzusteigen. Ende 2009 ging er mit einem elektronischen Telefonbuch online. Zuerst war er nicht zufrieden mit den Telefon- und Adressdaten, welche er von einer spezialisierten Firma bezog. Doch nach einem halben Jahr hatte er den Anbieter gewechselt und war zuversichtlich, in weiteren sechs Monaten schwarze Zahlen schreiben zu können.
Den Markt teilten sich zu jener Zeit die Platzhirsche local.ch (Swisscom) und search.ch (Tamedia), welche sich mittlerweile zusammengeschlossen haben. «Aber es hatte ganz klar noch Platz für einen weiteren Anbieter, und ein Marktanteil von 5 Prozent hätte gereicht», sagt Reichlin rückblickend. Auf ihre unkomplizierte Ein-Feld-Suche hätten sie viele positive Rückmeldungen erhalten.

