«Wir wissen noch nicht, ob der Entscheid des Kantons für Uster zum Problem wird», kommentiert Sozialvorsteherin Barbara Thalmann (SP) die Schliessung der Notunterkunft im Norden Usters. Unklar sei etwa, wie sich die Schliessung auf die Anzahl zugewiesener Asylsuchender auswirke. «Als Standortgemeinde der Unterkunft wurde uns pauschal ein Kontingent von 90 Plätzen angerechnet», sagt Thalmann.
Man wisse nicht, ab wann Uster zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen müsse. In der Zivilschutzanlage unter dem Schulhaus Pünt hätte es zwar Platz, doch sei der Ort nur kurzfristig geeignet. Und passende Wohnungen müssten erst gesucht werden. Ob es aufgrund der aktuellen Flüchtlingszahlen allenfalls gar nicht nötig sein wird, weitere Asylsuchende aufzunehmen, kann Thalmann nicht beurteilen.
Die Männer am Bahnhof
Anfang 2016 hatte ein Mann aus der Notunterkunft versucht, eine Joggerin zu vergewaltigen. Ein generelles Problem mit den perspektivenlosen Bewohnern habe es laut Thalmann aber nicht gegeben. Froh über den Entscheid sei sie insofern, als es in der öffentlichen Wahrnehmung immer wieder Vermischungen gegeben habe. «Die Leute haben die abgewiesenen Männer am Bahnhof gesehen und gemeint, so laufe das mit den Asylsuchenden in Uster. Dabei sind wir stolz darauf, dass die Asylsuchenden bei uns etwas zu tun haben und eben nicht herumlungern.»

